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Bembelobama

Filed under: | Mathias | 10. Nov 2008 | 09:26 Uhr

hessobama

Vor zwei Jahren noch war Barak Obama ein nahezu unbelecktes Blatt im Irrgarten der amerikansichen Politik. Heute kennt ihn hier selbst der Kioskbesitzer um die Ecke, der sonst nicht einmal bis drei zählen kann. Ich glaube hier in Hessen wurde gerade ein ebensolches Jahrhunderttalent auf den Weg gebracht. Das zukünftige Großgewicht der hessischen, ach was sage ich, deutschen und europäischen Politik schaut noch ganz harmlos von der vorletzten Bank im hessischen Landtag. Aber spätestens, als er von den Ypsilanties gefragt wurde, ob er für sie die Kastanien aus dem Feuer holt, trat er mit den legendären Worten aus dem unscharfen Umfeld der Bedeutungslosigkeit:

“Yes, isch kann”.

Und als der zukünftige Weltpotitker am Flughafen Calden die Abkehr von den rot-grünen Plänen proklamierte und laut in die Menge “Change” rief, bekam er tatsächlich Dollar für seine Euro.

Waltern

Filed under: | Mathias | 03. Nov 2008 | 17:28 Uhr

waltern

Für mich gibt es seit heute einen neuen Ausdruck dafür, jemanden die Füße wegzuziehen und anschließend mit Sorgenfalten zu behaupten, dass man sich nur um das Wohl einer Gruppe, ja einer ganzen Region, gesorgt habe. Waltern ist für mich jetzt so etwas, wie die Steigerung von Verrat. Ein Last Minute Hinterhalt sozusagen, eingeleitet mit vorheriger Körpertäuschung. Es solll auch Menschen geben, die erst ganz normal aufwuchsen und dann zum waltern gezwungen wurden. Andere haben schon als Kind gewaltert, weil keiner mit ihnen spielen wollte.

“Sag mal, ist sie verraten worden? Nein, schlimmer noch, sie wurde ein Tag vorher schon gewaltert.” Und Walterlinge sind Menschen, die soetwas machen.

Such die Bahn

Filed under: | Mathias | 01. Nov 2008 | 00:00 Uhr

koalitionsvertrag

Schonmal auf der Webseite der Bahn nach etwas gesucht? Na zum Beispiel, ob man im Intercity auch ordinären Strom für seinen Laptop findet? Ich habe es gerade aufgegeben und mich entschlossen, morgen früh Stift und Papier mitzunehmen.

Der Laptop bleibt zuhause.

Nicht dass ich etwas gegen die gute alte Handschrift hätte, aber ich muss bis Sonntag ein komplettes Konzept einreichen. Als PDF selbstredend. Da die Zeit knapp ist und ich ein miserabler Abtipper bin, heisst die Stunde Mehrarbeit für mich eine Stunde weniger Schlaf vor einem 12 Stunden Job.

Danke liebe Bahn. Ich weiß ja, dass ich überhaupt schon froh sein sollte, wenn ihr den Zug nicht überbucht und ich dann nur noch im Gang die 415 Kilometer nach Zürich komme.

Irgendwie macht es mich aber auch stutzig, wenn ich auf den Suchseiten der Bahn, links und rechts, oben und unten, zwar keine verwertbaren Antworten bekomme, dafür aber ständig auf die “Kundenrechte” stosse.

Koalitionspapier

Filed under: | Mathias | 24. Okt 2008 | 20:23 Uhr

koalitionsvertrag

Die Verhandlungen zwischen SPD und Grünen fanden also auf einem Öko Hof statt. Das klingt zunächst nach dem Klischee einer pazifistischen WG. Norwegerpulli, selbstgetöpferte Tassen und so. Einen bizarren Nebengeschmack bekommt das alles aber, wenn man sich dort genauer umschaut. Denn direkt neben dem Hof ist eine amerikanische Kaserne. Und zwar so dicht, dass man sich gemeinsam eine Bushaltestelle teilt. Eine Airbase, deren Vorbild Fort Knox sein könnte. Mit Drahtzaun, Wachtürmen und Suchscheinwerfern, die aus frühen Agentenfilmen entsprungen sein könnten.

Fast habe ich das Gefühl Schwarzweiss zu sehen.

Während sich also alle Journalisten beim Warten die Beine in den Bauch stehen, schaue ich Leuten beim Einkaufen zu. Ich habe mich ja schon immer gefragt, wo die dicken Brieftaschen eigentlich ihr Geld lassen. Bei Aldi sieht man sie ja nur, wenn der Champagner im Angebot ist.

Hier auf dem Hof dürfen sie sich der Illusion hingeben, ganz gewöhnliche Menschen zu sein. Stundenlang könnte ich zusehen, wie sie beim Aussteigen den Pelz zurechtzupfen und so tun, als würden sie wie das einfache Volk einkaufen.

Der Ort, an dem Rot/Grün in Hessen einen linken Wechsel einläuten will.

Irgendwie hatte ich mir das aufregender vorgestellt.
Die endlos langen Tage und Nächte sind vorbei, die Schattenminister benannt und die Kolonne von Politikern mitsamt den wichtigen Korrespondenten zurück nach Wiesbaden geeilt.

Es liegt da. Achtlos auf einer Fensterbank im Öko-Hof vergessen.
Das Original, wie es die übernächtigte Sekretärin getippt hatte.

Ich zähle auf euch

Filed under: | Mathias | 13. Okt 2008 | 10:00 Uhr

Buchmesse

Alles toll, alles neu. Einen besseren Zeitpunkt die Kategorie VJ einzuführen, wird sich so schnell nicht ergeben, denke ich. VJ steht hierbei für “Videojournalist” und ist im Fernsehjargon der gängige Begriff für Leute, die drehen, schneiden, vertonen und texten. Alles in einer Person. Die journalistische Wollmilchchsau sozusagen.

Diese Woche bin ich als Videoblogger für arte und den Hessischen Rundfunk unterwegs. Hochoffiziell begleiten insgesamt fünf VJ’s als Blogger die Internationale Buchmesse in Frankfurt. Das Blog ist – wie soll es auch anders sein – ein WordPress Blog und so war es für mich auch eine witzige Situation, als mich die IT anmailte und nach einem Termin für eine Unterweisung für uns fünf bat, in der wir WordPress kennen lernen sollten.

Ein normales Blog, also eins, in dem man so ganz einfach nur schreibt und Bilder reinklebt, wäre mir tausendmal leichter gefallen. Wir sollen uns nämlich mit der Kamera auch mal selber zeigen und keiner von uns ist jetzt so eine Rampensau, die unbedingt ins Showlicht muß. Seid also bitte halbwegs human, wenn ihr uns verreißt und Tiernamen gebt.

Wäre auch nett, wenn der ein, oder andere uns mit einem aufmunternden Kommentar unter die Arme greift, denn das dient so ganz nebenbei auch der Zukunft: Wird dieser Testballon nämlich halbwegs ein Erfolg, dann wollen die beiden Fernsehsender das mit uns bei Großveranstaltungen öfters mal machen.

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