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Die Lottozange

Filed under: | Mathias | 08. Nov 2004 | 21:59 Uhr

Lottozange

Ich kenne keine Regelsendung, die heute noch mindestens dreimal geprobt wird, bevor man mit ihr live ins Programm geht. Doch – eine. Lotto. Das ist die Sendung bei der die jungen Kollegen weiche Knie bekommen, wenn sie sie zum ersten mal machen.

Lotto ist so etwas wie der Prüfstein der Rotlichtangst.
Rotlichtangst? – Dazu stellen wir uns mal vor, dass wir an einer Kamera stehen und wissen, dass millionen von Zuschauer genau das Bild sehen können, was wir gerade machen. Wenn wir nun wackeln, oder gar unscharf sind, dann sehen das alle und ich meine wirklich alle. Jeder Fehler, den wir jetzt machen ist nicht mehr zu retten, und könnte in besonders schweren Fällen, schon morgen in der Zeitung stehen.

Man spürt auch die Blicke der anderen im Studio. Allen voran, die offiziellen Menschen, die auf die penible Durchführung der Ziehung achten, und argwönisch unseren Kamerabewegungen folgen, damit man ihnen ja nicht die Sicht versperrt. Darum sind auch dieses Niemandsland, in die wir auf keinen Fall mit der Kamera hineingeraten dürfen, mit grellgelben Markierungen auf dem Boden gekennzeichnet.

Alles ist derartig genau festgelegt, dass ein unbeteidigter Zuschauer glauben muß, dass man sich als erfahrener Kameramann vor Langeweile die Beine in den Bauch steht. Für die Proben mag das ja noch stimmen, aber ich kenne keinen Kollegen, der sich nicht besonders viel Mühe gibt, wenn dann die Sendung beginnt.

Und wer will schon wegen eines dämlichen Fehlers erst in die Zeitung, dann vor die Tür gesetzt werden?

Das macht nervös. Besonders den oben erwähnten jungen Kollegen, der das zum ersten mal macht und sobald das kleine fiese rote Lämpchen im Sucher angeht weiß er das. Manche fixieren dieses glimmende Licht dann so sehr, dass sie unwillkürlich zusammenfahren, wenn es aufleuchtet. Das kann man im Fernsehen dann daran erkennen, dass das Kamerabild kurz nachdem es geschnitten wurde, ein klein wenig nach oben zuckt.

Diese Kollegen müssen auch schon schlucken, wenn sie nur die Zange sehen, mit der die richtigen Lottokugeln behutsam eingesetzt werden, nachdem man die ordinären Probekugeln aus dem Ziehungsgerät entfernt hat.

Fussballflash

Filed under: | Mathias | 07. Nov 2004 | 22:15 Uhr

fussballflash

Nach der depremierenden amerikanischen Wahl habe ich bei der ARD gerade ein kleines nettes Flashspielchen entdeckt. Selbstvertändlich habe ich es mit dem Klassiker unter den Mannschaftsaufstellungen getestet: Deutschland-Holland. Dummerweise ist das ganze jetzt aber mehr so ein Schusstechnik Training, als ein Spiel gegen einem fiesen und gemeinen Kontrahenten. Kurz: Die leidenschaftslose Variante von Tipp-Kick, denn, was ich garnicht wusste: die Tippkick Fans betreiben ganz ernsthaft eine regelrechte Bundesliga. Der TKC Gallus Frankfurt führt in der Tabelle vor dem TKF Wicking Leck und Cannabis Hannover. Und weil es so schön ist, in der Vergangenheit zu schwelgen, wollte ich eigentlich an dieser Stelle noch einen tollen Vortrag über ein Tischfußballspiel halten, das garantiert niemand mehr kennt. Pustekuchen. Die Recherchen zu Subbuteo belehrten mich eines anderen. Hier ein Bericht zur WM 2004 in Bologna.

WordPress Osterei

Filed under: | Mathias | 07. Nov 2004 | 03:37 Uhr

Bei einem meiner Streifzüge in Sachen WordPress, habe ich doch gerade ein sogenanntes Easteregg entdeckt. Gibt man die folgende Zeile (mit den eigenen Daten modifizieren!) im Browser ein, dann erscheint plötzlich eine ziemlich lange Tabelle mit etlichen, hübsch aufgelisteten Einstellungsmöglichkeiten.

http://www.[domain]/wp-admin/options.php?option_group_id=all

Mahlzeit.

[Update] Wenn man es benutzt, kann es sein, dass man seine Plugins wieder aktivieren muß. Eventuell sogar noch weitere Optionen. Also Vorsicht beim anwenden

Kamerakontrolle

Filed under: | Mathias | 04. Nov 2004 | 05:22 Uhr

maren

Kamerakontrolle ist der Sammelbegriff für all das, was sich technisch mit unseren Kameras beschäftigt. Wenn wir also an der Kiste stehen und der Sucher irgendwie matschig aussieht, oder die Kamera nicht im Gleichgewicht ist und ständig nach vorne überkippt, dann drücken wir links ein kleines unscheinbares Knöpfchen, worauf es kurze Zeit später im Kopfhörer knackt und eine Stimme “Kammerakontrolle” vor sich hin murmelt. Ich bin dann sozusagen mit dem anderen Ende jenes roten Kabels verbunden, dass die Kabelhelfer hinter mir, immer unter grossem Stoßsäufzern zu zähmen versuchen.

Die Kollegen auf der anderen Seite dieser Telefonleitung (Neudeutsch: Intercom) steuern und regeln unsere Kameras, sodass wir zum Beispiel keine Blende mehr ziehen müssen. Kurzum: Es ist enorm praktisch, solche Kollegen zu haben. Damit das aber auch reibungslos läuft, befindet sich stets einer von ihnen in unserer Nähe, denn nicht immer lassen sich die Probleme an der Kamera mit den Kameraleuten direkt lösen. Das Auflagemaß ist da so ein hübsches Beispiel. Praktisch unsichtbar sorgen sie, wie Wichtel im Hintergrund dafür, dass die Kameras bei Regen eine wasserdichte Haube erhalten, ein Stativ dort steht, wo es hin soll und dass das, was wir so drehen, seinen geheimnisvollen Weg über die Sendeschüssel auf dem Dach des Übertragungswagens in das Studio im Rundfunkgebäude findet. Tja und manchmal zeigen sie einem Menschen auch, der als Kameramann eingekauft wurde, geduldig wo der Sucher ist.

Manchmal übersehen die eitleren Kameraleute unter uns einfach, dass die Kameratechniker die ersten sind, die unsere Bilder zu Gesicht bekommen und darum können sie auch sehen, wie wir zu ihnen gekommen sind. Beängstigend viele unter ihnen sind in der Lage, gute von schlechten Bildern zu unterscheiden und hinter so manch technisch klingenden Bemerkung versteckt sich ein bitterböser ironischer Kommetar zu der Kameraarbeit.

Maren zum Beispiel, muß man schon ein wenig kennen, bevor man ihre Kommentare und Blicke richtig einordnen kann und man sollte sich bloß nicht in Sicherheit wiegen, wenn sie wortkarg wieder einmal so tut, als interessiere sie gerade nichts…

USA Wahl 2004

Filed under: | Mathias | 04. Nov 2004 | 03:12 Uhr

Wer sich für politische Karikaturen genauso erwärmen kann, wie ich, der wird sicher auch seinen Spaß mit Karikaturisten aus aller Welt haben, die die amerikanische Wahl kommentieren.

bush

Hinzu kommt freilich noch etwas, was jeder schon tief im Herzen geahnt hatte: Gott ist Amerikaner, protestantischer Fundi und Mitglied der republikanischen Partei.

Originalscript unter: costofwar.com

Sozusagen zum Nachtisch hätte ich da noch “What Berry says” anzubieten. Ein Movieclip des britischen 2+3D-Designers Simon Robson zu Amerika unter Bush. Wer will, kann den Film (25.4mb) auch direkt herunterladen.

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