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Der linke und rechte Roger Podstatny

Filed under: | Mathias | 04. Jan 2009 | 01:45 Uhr

Roger
Dass derzeit die hessischen Parteien heftigst nach Lösungen schauen, die dem Wähler schmecken ist nicht ungewöhnlich. Nach dem Ypsilanti Debakel wissen wohl aber einige nicht mehr so genau, wo sie stehen. Bei der SPD Höchst zum Beispiel, kann man derzeit einen linken und rechten Roger Podstatny bewundern.

Schauen sie mal genauer hin.

Denn damit alles optisch so passt, wie sich das die Grafiker gedacht haben, wurde das Bild einfach nach Geschmack gespiegelt. Zu dumm aber, dass die beiden Bilder derzeit praktisch nebeneinander stehen und man darum das Missgeschick allzu deutlich sieht.

Fragt sich jetzt, ob der Höchster Bürger auch weiß, ob er den linken Roger wählt, oder den rechten. Liebe SPD, um das Spektrum weiter zu erweitern, schlage ich vor, noch ein Bild von vorne und von hinten zu veröffentlichen. Das würde zusammen mit einem Bild von oben und unten zumindest gestalterisch gesehen die Mitte am ehesten ansprechen.

Oder nicht?

Frank macht einen Bruch

Filed under: | Mathias | 31. Dez 2008 | 23:42 Uhr

frankflucht

Es ist noch gar nicht so lange her, als Lilo und ich in einer alten Fabrik in Offenbach lebten. Ein herrliches Loft mit satten 350 m2 Platz. Die größten Nachteile waren allerdings die Heizkosten und dass wir uns alles selber herrichten mussten. Zum Beispiel wurde in 150 m2 schwarzen Molton investiert, damit wir auch alle Fenster unseres Fotostudios abdunkeln konnten.

Ein romantischer Platz.

Vor allem Nachts, wenn aus allen Ecken der Fabrik so komische Geräusche zu uns durchdrangen und wir ständig das Gefühl hatten, das da doch eben etwas über den Hof gehuscht ist.

Es war Silvester, so wie heute.

Wir machen uns für eine Party bereit, als es unter uns laut metallisch krachte. Ich suche instinktiv zur Verteidigung meines Weibchens eine Eisenstange oder ähnliches. Das dauerte natürlich etwas, denn so eine Eisenstange liegt selbst in Industrieregalen immer eher irgendwo hinter einem Haufen Unrat, den ich jetzt möglichst lautlos zur Seite räumen will.

Bei Einbrechern muss man höllisch aufpassen, denke ich noch und mein Adrenalinspiegel pocht an meinen Schläfen. Jetzt gilt es strategisch zu denken um sein Hab und Gut optimal vor Bösewichten zu verteidigen. Bruce Willis begleitet mich in den folgenden Minuten geistig auf meiner Mission.

Und Lilo?

Sie sprang wutentbrannt die Treppe ein Stockwerk hinunter, stemmte ihre Fäuste in die Hüfte und schrie den Einbrecher durch die geschlossene Türe an. Was er da täte und überhaupt, wie er eigentlich heisst? Völlig verdattert entschuldigte der sich, nannte seinen Namen Frank und rannte, nachdem er die Situation realisiert hatte, rückwärts durch das ganze Stockwerk hindurch zur Hinterseite des Gebäudes, um dort aus dem Fenster zu verschwinden, in das er vor einer Stunde eingestiegen war.

Ich habe in der Zwischenzeit oben in unserem Loft endlich eine passende Stange gefunden und war nun bereit Lilo so zu verteidigen, wie es sich für einen echten mutigen Kerl gehört.

Das WLAN Kabel

Filed under: | Mathias | 11. Dez 2008 | 01:49 Uhr

wlankabel

Wissen Sie was eine Kolbenrückholfeder ist? Nein? Ich sehe schon – Sie sind auch kein Fachmann für Verbrennungsmotoren. Denn nur die können über diesen unsinnigen Gegenstand herzhaft lachen. Etwas, wonach man unwissende Azubis in der KFZ Branche im ersten Lehrmonat gerne stundenlang suchen lässt. Andere sollen zB. einen Siemens-Lufthaken besorgen, oder einen Zündfunken.

Nahezu jede Branche hat solche sinnlosen Worthülsen.
Bei den IT Kollegen ist es zum Beispiel das unglaublich wichtige WLAN-Kabel. Also ein Kabel für eine Kabellose Verbindung.

Heute installierte ich also unseren neuen Drucker und finde in der Anleitung unter der Rubrik, was man alles für eine Drahtlose Verbindung braucht, die oben abgebildete Anmerkung.

Gut – wenn man sich das ganz genau durchliest,
geht der Text so in Ordnung.

Aber gerade so.

Autschn!

Filed under: | Mathias | 23. Nov 2008 | 23:18 Uhr

Autschn

Heute Abend ein echter Maulwurftl. Von diversen Kultfilmen bei YouTube angetan, kauften wir schon von Monaten die Karten für den Puppenspieler René Marik im Café Central in Hanau.

Gut eine Stunde vor Einlass dann aber die Absage. René Marik sei – so sagt man uns – vor ein paar Stunden aufgetaucht, habe kurzerhand das Café für unzumutbar erklärt und ist dann grußlos wieder abgereist. Wir sind sprachlos. Jemand, der mit ausgeschnittenen Türmen aus Wellpappe und vergammelten Barbiepuppen über das Internet gerade im Begriff ist, bekannt zu werden, bekommt Starallüren.

Bisher war er einer von uns. Jemand, dem wir mit unseren vielen Klicks bei YouTube Applaus zollten. Jetzt will er einer von denen da oben sein.

Mein lieber Renè.
Wenn Du Dich da mal in Hanau nicht verschätzt hast.
Der Sprung von Unbekannt zu Unsterblich ist weiter, als Du denkst. Da ist schon so mancher trostlos ins Rahmenprogramm einer Möbelhauseröffnung zurück gerutscht.
Knatschende Kinder inclusive.

Dann wink nochmal huldvoll vom Balkon des Frühstückfernsehens, bevor Dir das passiert und denke an den Ort, an dem Du all Deine Sympathien verspielt hast.

Nein, keine Verlinkung.

Wann geht der Koch?

Filed under: | Mathias | 17. Nov 2008 | 13:07 Uhr

Koch

Andere Länder – andere Sitten – andere Assoziationen.
Das vergangene Wochenende hatte ich in Hildesheim zu tun. Dort schwörte ausgerechnet eine Bank in einem sehenswertem Event mit Balljonglage seine 1000 Mitarbeiter der Region auf ein neues “Zielbild” ein. Das ist etwas ganz schrecklich modernes und etliche Firmen entdecken es gerade mit ähnlichen Vokabeln.

Gemeint ist so eine Art esoterische Verbrüderung der Rudelwölfe mit dem Rest vom Schützenfest. Man darf kritisieren (wenn man sich denn traut) Vorschläge machen, wie es mit der Firma weitergehen soll, indem man aus vorgefertigten Aufklebern, in schulähnlicher Gruppenarbeit, diejenigen mit den richtigen Antworten, artig auf eine Pappwand klebt. Ja man darf sich später sogar mit den Häuptlingen in Augenhöhe auf ein Stück Kuchen unterhalten, sofern man auch die Schlüsselwörter der modernen Unternehmenskultur beherrscht. Wörter, wie etwa “Flexibilität”, “Optimismus”, “Mut” und “Dynamik”. Alles Ausdrücke, die sich die Unternehmensleitung in einem Akt der Selbstfindung, in mühevollen und schweißtreibenden Vorbereitungsseminaren abgerungen hat. Höchstwahrscheinlich fernab der Heimat, irgendwo auf einer abgelegenen Insel in der Südsee.

Respekt.
Solche Klausurtagungen dauern in der Regel mindestens sieben entbehrungsreiche Tage.

Seminare, bei denen die Managern lernen, wie sie dem einfachen Firmenvolk beibringen, zufrieden zu lächeln, obwohl sie in Zukunft mit weniger Personal, mehr arbeiten und dafür auch weniger verdienen werden.

Und so kommt es, dass nur ich beim Blick auf das Plakat einer Gastrokette grinsen muss. Andere Bundesländer – andere Leitbilder – andere Assoziationen eben.

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