Spurensicherung

Heute haben wir mal wieder Spätjahresputz gemacht.
Und wie immer, wenn wir das tun, gibt es eine nette Diskussion über eine etwas seltsame Krankheit der Kameraleute:
Das Sammeln von Ausweisen und Zugangsberechtigungen.
Ich bin mir zwar nicht so sicher, ob das nun wirklich alle Kameraleute weltweit machen, aber zumindest die entschiedene Mehrheit meiner Kollegen hier in Frankfurt tun das. Bei Stefan zum Beispiel werden sie zunächst in 6 Pappkisten (die für Aktenordner) zwischengelagert. Von Zeit zu Zeit wählt er dann die besten Stücke aus, um sie auf einer Plakatgroßen Pinnwand im Flur zu drapieren.
Wenn wir dann unter uns vor diesen kitschigen Erinnerungstafeln stehen, zucken wir meist hilflos mit den Achseln und geben zu, dass uns eigentlich rein garnichts von Tokio Hotel Fans unterscheidet. Die beppen sich schließlich auch jeden Quatsch, der mit der Gruppe zu tun hat an die Wand.
So, und jetzt habe ich gerade schweren Herzens das unmögliche geschafft und rund 3/4 der Karten in die Tonne gekippt. Lilo, die wohl meinen sentimentalen Blick bemerkt hat, meinte grinsend, ich solle doch eine Selbsthilfegruppe aufmachen.
Nach einer munteren Verfolgungsjagd quer durch die Wohnung habe ich sie unter der Dusche gestellt und abgebraust.
hmpff.



