Atemlos auf Wordpress 2.5

Bei Updates dieser Größenordnug bin ich immer nervös. Ihnen haftet so etwas endgültiges an. So schluckte ich auch diesmal, als mich der Updater irgendwann im Verlauf der ganzen Aktion darauf hinwies, dass er jetzt gedenkt, die Datenbank zu erneuern.
Gut - ich bin ja auf alles vorbereitet. Habe alles, was nicht Niet- und Nagelsicher war, doppelt abgesichert. Diesmal sogar mit ausführlichen Bildschirmfotos von allen Seiten des Administrationsbereichs, damit ich im Falle des Falles nachvollziehen kann, was ich wo eingetragen hatte.
Wie wird das aber sein, wenn wirklich einmal die Katastrophe eintritt? Rund 150 Artikel zu verlieren, täte mir mittlerweile doch schon sehr weh. Die Seite ist ein Stück von mir geworden.
Um mir es richtig zu geben, habe ich diesmal beschlossen, zusätzlich den Zeichensatz von ISO-8859-1 auf UTF-8 zu wandeln. Für einen Normalsterblichen, wie mich, bedeutet das den Gegenwert einer halben Weltumrundung. Bin ich doch schon froh zu wissen, was so ein Zeichensatz ist. Im Klartext bedeutet dieser Wechsel, dass ich das Zeug da in der Datenbank auch anfassen muss.
Mit spitzen Fingern suche ich bei Google nach Hilfeseiten und bleibe bei einem Script hängen, was die Wandlung leicht und unproblematisch bewerkstelligen soll. Ideal für Nichtprogrammierer, wie man sagt. Einfach hochladen und dann ansurfen. Alles weitere ergibt sich dann.
So harmlos kündigen sich meistens Katastrophen an.
Die aufgerufene Seite blieb leer.
Mein ungutes Gefühl steigerte sich, zumal der Autor des betreffenden Scripts ausdrücklich darum bittet, nur einmal das Ding aufzurufen, weil es sonst zu Fehlern führen wird.
Na toll, was tun?
Weitere Recherchen im Internet verwirrten mich eher, sodass ich irgendwann auf eine verwegene Idee kam, auf die nur ein Laie, wie ich kommen kann.
Der Ansatz: Was wäre, wenn ich die XML Datei, die ich mir vor dem ganzen Durcheinander als Sicherheitskopie von WordPress ausgeben lies, auf UTF-8 umfrisiere und anschließend wieder frech in das Weblog importiere?
Gesagt - getan.
Ich habe also diese XML Datei mit einem einfachen Texteditor geöffnet und den Eintrag auf der ersten Zeile encoding=”iso-8859-1″ durch ein encoding=”utf-8″ ersetzt.
Mehr nicht.
Jetzt habe ich die Datenbank gelöscht und Kylaloo so neu aufgesetzt, als würde ich ein völlig neues Weblog einrichten. Diesmal allerdings Im UTF-8 Format. Nachdem ich alles andere, wie beispielsweise die Permalinks so eingerichtet habe, wie es vorher einmal war, kam jetzt der spannende Augenblick, die “umfrisierte” XML Datei zu importieren.
Unendlich lange gefühlte 30 Sekunden später meldete sich das Weblog und leitete mich durch den Importvorgang. Dann konnte ich zuschauen, wie das Skript einen Beitrag nach dem anderen wieder zum Vorschein brachte.
Ich bin ganz aufgeregt - Das Ganze scheint funktioniert zu haben.
Ich klopf mal auf Holz.

