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Die doppelte Rosskurtortur

Abgelegt unter: | Mathias | 26. Mrz 2008 | 06:52 Uhr

Fieber

Immer, wenn es unplanmäßig kalt wird, schnappt bei uns die Erkältungsfalle zu. Und fast immer erwischt es mich. Dann liege ich im Bett und schwitze mich von einer gefühlten Ohnmacht in die nächste. Das ginge sicherlich erträglicher, denn moderne Arzneien können begleitende Wehwehchen lindern. Aber Lilo kann Chemiekeulen nicht leiden und ihre Augen werden jedesmal zu schmalen Schlitzen, wenn ich davon anfange. Begleitet von einem spöttischen Lächeln, dass ich Memme das nicht aushalte.

So bleibt mir zum Gesundwerden nur so eine Art Kneipp’sche Regeneration,
oder wie ich es gerne nenne: Die doppelte Rosskurtortur.

Diesmal aber hat es Lilo erwischt und wie immer, demonstriert sie mir ihre heldenhafte Bekämpfung, indem sie einen Schowhusten extra für mich in das Taschentuch knattert.
Voller Mitgefühl streiche ich über ihre glühende Wangen, erwäge Moorpackungen, plane den Gang zum nächsten Kräuterladen, als mir der Schokogeruch auf ihrer Stirn auffällt.

“Endlich mal eine natürliche Erkältungscreme, die nach etwas anderem, als nach Thymian riecht”, denke ich noch und frage nach.

Verlegen lächelt sie.

Dann fängt sie sich.
“Du musst Böses mit bösem bekämpfen”.

Übersetzt heißt das in etwa, dass sie, während ich bei Dreharbeiten unterwegs war, einen ausgiebigen Besuch bei einem bekannten Burgerbrater unternommen hat. Anschließend kaufte sie bei der Tankstelle um die Ecke noch einen Riesenbecher Schokoladeneis, bevor sie wieder matt ins Bett fiel.

So matt, dass sie sich keinen Löffel mehr aus der Küche holen konnte und so das Eis mit Finger- und Zungenverenkungen aus der Packung schleckte.

Mit eiskalten Wadenwickel helfe ich ihr wieder auf die Sprünge.

Lampe kaputt

Abgelegt unter: | Mathias | 12. Sep 2006 | 00:55 Uhr

Autolampe

Das Frauen technisch nicht so versiert sein sollen ist ein böses Gerücht und das ärgert vor allem Lilo. Sie hat vor ein paar Tagen das rechte Vorderlicht unseres Smarts gewechselt. Eine motorische Meisterleistung, bedenkt man die verwinkelte Lage der Fassung im Kotflügel. Unser Werkstattleiter verriet uns jüngst, wie man die Lampen am geschicktesten wechselt: “Baut einfach die Kunstoffwanne aus, dann kommt ihr auch besser ran.”
Das muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Ich muß also den kompletten Kofferaum aus dem Wagen schaffen, um halbwegs Schnittwundenfrei an die bekloppte Lampenfassung zu gelangen.

Dummerweise hat Lilo aber die gerade neu eingebaute Lampe erst getestet, nachdem wieder alles eingebaut war und das bestrafen die Lichtergötter sofort.

Die Lampe ging nicht.

Entrüstet erzählte sie mir das, als sie mich abends abgeholt. Satte 16 Euro für eine Lampe, die nicht einmal funktioniert. Auf dem Weg zur Tankstelle, die ihr diesen Schrott verkauft hat, habe ich sie dann gebeten, mir doch einmal die alte zu geben. Vielleicht sieht man an ihr ja etwas.

Als ich sie in der Hand hielt, musste ich grinsen.
Lilo hatte vor lauter Hickhack beim Ein- und Ausbau der Wanne, nicht die neue Lampe genommen, sondern die alte geradewegs wieder eingebaut.

Neulich im Parkhaus

Abgelegt unter: | Mathias | 20. Sep 2005 | 10:52 Uhr

parkhaus

Wie spät? Halb vier schon?
Lilo und ich rennen an der Börse vorbei ins Parkhaus. Wir müsen jetzt aber ganz schnell in den Sender, die Proben beginnen in einer halben Stunde. Während sie nach dem Schlüssel kramt und den Aufzug holt, bezahle ich am Automaten.

Der Aufzug kommt aber nicht. Besser: nicht schnell genug.

“Der Wagen steht im zweiten Stock. Lass uns das Stück laufen.”
Ich hasse Treppenlaufen in Parkhäusern. Die stinken immer so nach Urin.
Mürrisch willige ich also ein.

Dort angekommen, traben wir bis zum Ende der Halle.
“Komisch”, murmelt sie, “Mir war so, als hätte ich eine große Zwei gesehen, als ich ihn abgestellt habe.” “Dir war so?” Ungläubig glotze ich zurück zum Treppenhaus. “Vielleicht war es ja doch der dritte”, lächelt sie, wie Garfield.

“Wieviel Stockwerke hat das Parkhaus denn?”, frage ich, während wir uns mit tausend Tüten über die Schräge in die dritte Etage schieben.

“Ich weiß nicht, aber das Auto steht bestimmt nicht höher, als im dritten.”
“Bist Du dir sicher?” Ich stelle eine H&M Tasche ab und kratze mich am Kinn.
“Wenn nicht, dann nehmen wir uns jetzt den dämlichen Aufzug und kämpfen uns vom Dach aus hinunter.” “Doch, doch - Der ist ganz sicher hier. ” Lilo läuft entschlossen durch die Halle..

Im Dritten Stock fanden wir alles, nur nicht unser Auto.

Ich hole also den Aufzug und etwas angefressen frage ich, welches der sechs Stockwerke ich nun drücken soll.
“Also auf dem Dachgeschoß steht er auf keinen Fall - das wüsste ich.”
“Dann bleiben uns also noch fünf Stockwerke in den knapp 10 Minuten, die wir ohne Nachzahlung noch haben.

Im vierten Stock fand sie dann endlich den Wagen und drückte erleichtert den Entriegelungsknopf auf dem Schlüssel. Der Wagen reagiert aber nicht.
“Nee, das kann ich jetzt aber nicht gebrauchen. - Mistding!” Lilo drückt noch ein paarmal.

Erschrocken stelle ich fest, dass an diesen modernen Autos keine Schlösser mehr in den Türen sind. Auf der Suche nach einer Lösung umrunde ich das Auto und finde nur heraus, dass wir ein anderes Kennzeichen haben.

Als ich 20 Minuten später schweißgebadet aus dem Taxi hüpfe, fragt mich unser Aufnahmeleiter Georg irritiert, ob ich denn seine SMS nicht bekommen habe. Die Proben sind um zwei Stunden nach hinten verschoben worden, weil sich der Flieger mit dem Moderator verspätet hat.

Lilo hat in der Zwischenzeit das Auto am anderen Hallenende im Zweiten Stock gefunden, eine Kleinigkeit nachbezahlt und ist dann erst einmal zum beruhigen der Nerven in ihr Lieblingscafé gefahren. Sie hat Glück. Samstags muß sie nicht arbeiten, da trifft sie sich mit ihrer Freundin Nathalie.

Mann oder Kinder?

Abgelegt unter: | Mathias | 28. Aug 2005 | 14:41 Uhr

fischonice

Samstags an der Fischtheke:

“Welchen Fisch können Sie mir empfehlen?”
“Wir haben gerade tollen Erdbeergrouper reinbekommen.”
“Hat der Gräten?”
“Ja, aber nur ganz wenig.”
“Hmm, wissen sie, ich muß grätenfreien Fisch besorgen - was ist mit diesem hier?”
“Der hat bis hierhin Gräten, und ab hier keine mehr.”
“Na das wäre ja was.”
“Mann, oder Kinder?”
“Äh, bitte?”
“Brauchen sie es grätenfrei, wegen dem Mann, oder wegen der Kinder?”
“Mann.”
“Ist bei mir das gleiche. Mein Mann macht auch immer Theater, wenn er eine entdeckt.”

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