
Spätestens, als mir einmal die Regie “mach’s mal klooser” in den Kopfhörer säuselte, wusste ich, dass auch unsere Fachsprache dem allgemeinen Trend folgt, und den Bach runtergeht. Klooser. Ein sprachlicher Eiswürfel, dem man mir da hinten in den Pulli gesteckt hat. Ich konterte mit der Frage: “Soll ich danach noch ein Royal Flash machen?” Prompt fiel das abgebrochene Germanistikstudium darauf herein. “Was soll das denn sein?” Ich antworte: “Eine Totale mit allen Lampen drin”, und wenn Moni unsere Bildmischerin an dieser Stelle jetzt nicht losgeprustet hätte, wer weiß, vielleicht wäre ich mit einer eigenen neuen Wortschöpfung ins Fachbuch der Fernsehsprache eingetragen worden.
Die Einstellungsgrößen der Kamerabilder waren schon immer ein heikles Thema. Vor allem dann, wenn ein Redakteur wieder die Vokabeln verwechselt, und mit einem hektischen “mach’s größer!” eigentlich erreichen wollte, dass wir totaler werden. Das Gegenteil von klooser sozusagen.
Aber was sollen sie auch machen? Für die Totale eines Zwiegesprächs gibt es nunmal viele Bezeichnungen. “Geh’ mach’s mir a doppel”, sagte einmal ein Östereicher dazu und meinte eine “Zweier”, wie wir das nennen. Varianten wären jetzt noch eine enge und eine weite Zweier. Vielleicht ist Florian damals in der Late Lounge Regiebesprechung zu weit gegangen, als er mit Blick auf den Studiogast Dolly Buster grinsend klarstellte, dass eine enge Zweier auch diesmal klassisch gemeint sei.
Genauso klassisch etwa, wie die Art, eine besinnliche Sendung mit weihnachtlicher Musik der Frankfurter Turmbläser beginnen zu lassen um dann nach etwa 30 Sekunden den Moderator ins Bild zu nehmen, während – und das ist jetzt wichtig – akustisch die Musik im Hintergund weitergeht.
Oder anders: Uwe wird nach 30 Sekunden aufgeschnitten.