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Lotto 40

Abgelegt unter: | Mathias | 10. Sep 2005 | 22:19 Uhr

Lotto

So, nun sind 40 Jahre Lotto voll. Im Studio waren heute neben den üblichen Verdächtigen, nicht nur eine Starbesetzung an der Kamera, sondern auch Karin Tietze und etliche Fotografen. Viel Remmidemmi also, wie man sich vorstellen kann. Wäre da nicht die Kugel mit der Nummer 40 im Mittelpunkt gewesen, hätte Mike fast den Eindruck gewinnen können, dass das Team seine letzte Lottosendung als Junggeselle feiern wollte.

Limburger Weinmarkt

Abgelegt unter: | Mathias | 02. Aug 2005 | 04:52 Uhr

weinmarkt

So, dann wollen wir mal auf dem Limburger Weinmarkt eine Schalte machen. Eine was? Oh, Entschuldigung, das ist Fernsehsprache. Eine Schalte ist soetwas, wie eine klitzekleine Übertragung in eine Livesendung, die aus einem staubtrockenen Studio gesendet wird. Das peppt das ganze so ein bischen auf, sagt man.

Noch genauer?

Also gut, Eine Moderatorin fragt sich mitten im Sommerloch im Studio stehend, wie es wohl gerade in Limburg auf dem Weinfest sein könnte. Wie von Geisterhand öffnet sich auf dieses Stichwort ein virtuelles Fenster hinter ihr und wir sehen den Reporter Markus in Limburg freundlich in die Kamera lächeln. Aha, das trifft sich gut. Die Moderatorin dreht sich also um und will von Markus im falschen Fenster wissen, was jetzt nun genau auf dem Limburger Weinfest los ist. Die Regie schaltet dazu ganz zu Markus hinüber und der erklärt uns jetzt live aus Limburg - wer hätte es gedacht - dass hier tatsächlich eine Menge los ist. Nach etwa 2 Minuten schließt er mit der etwas frivolen Aufforderung an alle Zuschauer im Sendegebiet, doch vorbeizuschauen, wenn sie heute abend noch etwas erleben wollen.

Wenn sie dann so ortskundig sind, wie ich, werden sie sich beim abgebildeten Hinweis genauso das Kinn reiben und sich dann fragen, ob sie vielleicht doch am Baum…?

Pad mir einen.

Abgelegt unter: | Mathias | 20. Jul 2005 | 03:20 Uhr

senseo

Immer wenn ich in Redaktionen Lust auf einen Kaffee verspüre, suche ich nach der versifften Ecke mit dem berühmten tischhohen WG-Kühlschrank mit Kordelverschluß. Auf ihm steht neben einer eingerissenen Packung Ja!-Kaffee eine stinkende, meist schwarze Kaffeemaschine. Daneben mahnt eine verbeulte Dallmayerdose als Kaffeekasse und wenn der Blick auf dem Boden wandert, muffelt da ein alter Karton in dem früher einmal Fotokopierpapier verpackt war, überfüllt mit Filtertüten und Bananenschalen vor sich hin.

Ausserdem sind da noch die 16 unterschiedlichen Tassen, die scheinbar um eine Packung Zuckerwürfel arrangiert wurden. Drei sind noch halb gefüllt, vier haben keinen Henkel mehr und eine hat im letzten Sommer auf Kofu bei einem Töpferkurs von Susanne das Licht der Welt erblickt und will einfach nicht kaputt gehen.

Direkt neben der Zuckerpackung liegt eine Tasse, die vor ein paar Tagen umgefallen ist und die Hälfte der Zuckerwürfel aufgelöst hat. Die Gefahr ist aber nicht mehr akut, denn die Pfütze ist mit einem dunkelbraunen Rand bereits eingetrocknet.

Mittendrin entdecke ich eine einzelne Tasse, die noch ungebraucht aussieht. Bevor ich die nehme, taste ich nach meinem Portemonnaie um mit einer großzügigen Spende mir einen schlecht gekochten Kaffee völlig überteuert einzuhandeln. Kaum ist dieser Solibeitrag in der Dose, könnte ich mich für dieses voreilige dummhöfliche Manöver schon wieder ohrfeigen.

“Lass ruhig, da zahlt eh nie einer was ein.”, sagt der Redaktionspraktikant, nimmt sich die freie Tasse und macht für mich mit dem, an einer Packschnur baumelnden Bleistift, einen Strich bei “Gast” auf einer Liste, die schief und ausgeblichen an der Wand klebt.
“Ach, - schau doch mal da hinten im Schrank, da könnten noch freie Tassen drin sein.”
Dort steht natürlich keine und so nehme ich mir eine gebrauchte vom Stapel und will sie schon mit dem Wasser einer alten Sprudelflasche notdürftig auf dem Klo spülen. Zum Glück betritt genau in diesem Augenblick immer jemand die Szene, der mein Dilemma erkennt und mir mit der Lieblingstasse eines nicht anwesenden Kollegen aus der Patsche hilft.

Ich kenne das so, seit ich Redaktionsbüros betreten darf.

Und heute?

Heute bringt man sich in modernen Büros seinen Kaffee selber mit. Nee, wirklich. Man hat ihn in der Handtasche, oder im Rucksack und jeder genau die Sorte, die ihm schmeckt. Gemeint sind Pads. Das sind sozusagen runde Teebeutel in denen Kaffee drin ist. Die legt man in eine spezielle Kaffeemaschine ein, drückt auf einen Knopf und nach kurzer Zeit kommt mit dem Geräusch, der an eine Espressomaschine erinnert, Kaffee heraus. Der Nächste wirft das Pad des Vorgängers weg und legt das eigene ein. Keine Kaffekanne zu spülen, keine Kaffeekasse zu führen und an den Nachschub muß jeder selber denken.

Schon machen sich neue Marotten breit.
Kollegen tauschen Pads untereinander aus, als ob sie Fussballbildchen von Panini sammeln und in ein Album kleben wollten. Manche schulden sich noch ein Pad von der Gesamtkonferenz.
“Hier, probier mal”, sagt Kerstin gerade verschnupft zu Claudia und holt erst einen Lippenstift, dann eine Schachtel “ob” und schließlich die Tüte mit den neuen Jacobs-Pads aus der Handtasche. Ja klar, die mit der neuen Crema.
Und wer es so wie früher haben will, der kauft sich eine Packung Kaffee, reißt sie genussvoll auf und stopft sich seine EcoPads.

Seit gestern abend habe ich nun meine eigenen Pads, nachdem ich mir etwas verschämt bei Thomas ein Pad ausleihen musste. Heute morgen habe ich meine Verlässlichkeit dadurch demonstriert, dass ich extra bei ihm vorbei ging und das geliehene Pad zurückgab.

“Und was hat deine Packung gekostet?”
“Ein Euro sechsundfünfig”
“Echt? Wo haste die denn gekauft?”

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