Kylaloo

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Achtung Zwei, ich komme!

Filed under: | Mathias | 12. Okt 2005 | 02:35 Uhr

Bimi

Insiderwitz:
Habe gerade eine Bildmischerin getroffen, die kopfschüttelnd festgestellt hat, dass sie immer noch die Kameras vorwarnt, bevor sie sie schneidet. Das Dumme ist nur, dass im Nachrichtenstudio kein Kameramann mehr steht, der das hören könnte.

Die Kameras arbeiten dort inzwischen automatisiert.

Der Tunnel ins Glück

Filed under: | Mathias | 23. Sep 2005 | 22:21 Uhr

Ordner

Heute ging für mich ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung: Ich durfte endlich durch den Spielertunnel auf das Spielfeld eines Fußballvereins laufen. Ich weiß, ich weiß – eine ziemlich alberne Sache, aber als Kind beißen sich manchmal Bilder im Kopf fest, die man sich irgendwann im Leben erfüllen will. Ich kenne genügend Kollegen, die ihr letztes Hemd für eine Fahrt in einem Formel 1 – Wagen auf dem Nürnburgring geben würden, oder solange bei der Lufthansa bitten und betteln, bis sie mal einen Jumbo im Simulator fliegen und landen dürfen.

So gesehen ist dieser Gang auf das Feld der Offenbacher Kickers zwar verhältnismäßig unspektakulär, dafür aber überraschend. Ohne Sabine, unsere Aufnahmeleitervolontärin, wäre ich kurz vorm Ziel an diesen drei Herren gnadenlos kleben geblieben.
Sie ließen mich nur mit dem Versprechen durch, dass ich herausfinde, ob sie ein geiles Arschgeweih habe.

Willkommen im Offenbacher Stadion.

Der Cyrano vom Dornbusch

Filed under: | Mathias | 21. Sep 2005 | 04:22 Uhr

andreas

Kennen sie Andreas schon? Das ist einer, der wenigen Musketiere in der Ü-Wagen Flotte. Um zu diesem erlauchten Kreis zu gehören, bedarf es nämlich auch eines ganz besonderen Typs. Fleissig, ordentlich und pünktlich zu sein, reicht da bei weitem nicht aus. Man braucht schon dieses vielzitierte Herz eines Löwen und die Geschicklichkeit eines Seeotters, um sich in dieser rauhen Gemeinschaft behaupten zu können.

Seeotter?

Sagen sie mir jetzt bloß nicht, dass sie nicht wissen, wie geschickt ein Seeotter ist! Er schwimmt auf dem Rücken, legt sich eine leckere Muschel auf den Bauch und öffnet sie, indem er einen Stein in die Pfoten nimmt und kräftig damit auf die Mupfel haut. Das macht er jetzt solange, bis die sich öffnet und gefressen werden kann.

Unsere Gladiatoren der Technik sind so geschickt, die können auf dem Rücken schwimmen und mit einem billigen Feuerzeug eine Flasche Bier, die auf dem Bauch liegt, öffnen. Die Besten unter ihnen, können dabei sogar eine Lucky rauchen, ohne ein Auge zukneifen zu müssen.

Sehen Sie jetzt die Ähnlichkeit zum Seeotter?

Andreas hat mir gerade geschrieben, aber dummerweise nicht verraten, was er genau hat. Jedenfalls liegt er derzeit krank zuhause im Bett herum und langweilt sich entsetzlich. Wahrscheinlich liegt er Seeotterartig auf dem Rücken und hat eine Illustrierte und ein Päckchen Tempos für den Schnupfen auf dem Bauch. Dazu keine Kippe, sondern ein Fieberthermometer im Mundwinkel. Die Krümel vom letzten Zwieback auf denen er liegt, machen ihm auch zu schaffen.

In seiner Flaschenpost bittet mich Robinson, die Kollegen zu grüßen. – Mach ich Andi!
Ich wünsche Dir eine gute Besserung und mit mir sicher auch die Kollegen!

Wir sind Kanzler!

Filed under: | Mathias | 19. Sep 2005 | 00:45 Uhr

wahlstudio

Wahlsendungen zu machen ist immer ein hartes Stück Arbeit. Dabei liegt die Herausforderung weniger im gestalterischen Schwierigkeitsgrad der Aufnahme, als vielmehr in der Konzentration. Das ist so ein bisschen, wie beim Skispringen. Ständig macht man die gleiche Bewegung, gerät dadurch in einen fließbandähnlichen Trott und muß höllisch aufpassen dass man die Ausnahmen nicht verpasst. Das gilt vor allem dann, wenn zu einer Außenstelle geschaltet wird und eine kleine trügerische Pause von vielleicht zwei Minuten entsteht.

In der Regie sprechen über die gesamte Sendezeit gut ein halbes Dutzend Leute ständig durcheinander, was so klingt, als würde man Nachrichten und Kommentare von vier Radiosendern gleichzeitig hören. Dummerweise kann man an der Kamera die Kopfhörer nicht einfach ausschalten, sondern muß selbständig aus dem Sprachwirrwar herausfiltern, was für einen selbst wichtig ist.

Tja, und dann wären da auch noch die Moderatoren, bei denen alle Informationen idealerweise zusammenlaufen. Unschwer zu verstehen, dass hier im Hintergrund unablässig gewunken, gedeutet und gezischelt wird und den Aufnahmeleitern in diesem babylonischen Durcheinander die Vermittlerrolle nicht gerade leicht gemacht wird.

Oder anders: Von den zwei Moderadoren, redet jetzt der linke und trägt die Ergebnisse des Landkreises Groß-Gerau vor, während der rechte unablässsig mit dem Finger fuchtelnd auf einen der Vorschaumonitore deutet und irgendetwas wissen will. Er bewegt dazu aber nur die Lippen, damit er dem anderen Moderator nicht hörbar dazwischenredet.

Wie üblich für diesen Berufstand, vertraut er dabei auf die hellseherischen Fähigkeiten der anderen Mitarbeiter. Das Schnattern in der Regie wird schlagartig lauter. Jeder versucht sich als Dolmetscher der Lippenbewegungen. Der erste vermutet, dass er nur ein Glas Wasser will, jemand anderes ist sich sicher, dass er angedeutet hat, dass gleich zur FDP geschaltet werden soll. Der Bildtechniker vermutet trocken, dass der Monitor möglicherweise ausgefallen ist und bittet uns, ihm den betreffenden Monitor mit der Kamera zu zeigen.

Das Fuchteln wird ärgerlicher und Barbara, unsere Aufnahmeleiterin, schleicht zu ihm hin.

“Er will wissen, ob das Interview mit Schröder, das er da sieht, gerade live in der ARD läuft, oder nur eine olle Aufzeichnung ist.”

Genau im Augenblick, in dem man ihm antworten will, wird der andere Moderator fertig und gibt zu ihm ab.

Upps.

Da er jetzt die Interviewfrage nicht klären konnte, moderiert er einfach einen netten Hintergrundbericht an.

Hektik. – Liegt der Bericht überhaupt vor?
Hmpfff… Glück gehabt, der Kollege von der MAZ hatte aufgepasst.

Barbara und die Zeit

Filed under: | Mathias | 17. Sep 2005 | 04:14 Uhr

barbarauhr

Eine der vornehmsten Aufgaben des Aufnahmeleiters ist es, genau zu wissen, wie lange etwas dauert. Er wird gefragt, wie lange der Bericht noch läuft, ob der Moderator nochmal räuspern kann, oder wie viel er schon überzogen hat. Er muß wissen, wann in welche Kamera zu schauen ist und wie lange der Studiogast hinter dem Vorhang noch verharren muß, bis er vortreten darf.

Der Aufnahmeleiter ist die wandelnde Zeitmaschine im Fernsehen.

Glauben Sie nicht? Dann sehen Sie sich doch einmal Barbaras beruflichen Arm an.

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