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Autschn!

Abgelegt unter: | Mathias | 23. Nov 2008 | 23:18 Uhr

Autschn

Heute Abend ein echter Maulwurftl. Von diversen Kultfilmen bei YouTube angetan, kauften wir schon von Monaten die Karten für den Puppenspieler René Marik im Café Central in Hanau.

Gut eine Stunde vor Einlass dann aber die Absage. René Marik sei - so sagt man uns - vor ein paar Stunden aufgetaucht, habe kurzerhand das Café für unzumutbar erklärt und dann grußlos wieder abgereist. Wir sind sprachlos. Jemand, der mit ausgeschnittenen Türmen aus Wellpappe und vergammelten Barbiepuppen über das Internet gerade im Begriff ist, bekannt zu werden, bekommt Starallüren.

Bisher war er einer von uns. Jemand, dem wir mit unseren vielen Klicks bei YouTube Applaus zollten. Jetzt will er einer von denen da oben sein.

Mein lieber Renè.
Wenn Du Dich da mal in Hanau nicht verschätzt hast.
Der Sprung von Unbekannt zu Unsterblich ist weiter, als Du denkst. Da ist schon so mancher trostlos ins Rahmenprogramm einer Möbelhauseröffnung gerutscht.
Knatschende Kinder inclusive.

Dann wink nochmal huldvoll vom Balkon des Frühstückfernsehens, bevor Dir das passiert und denke an den Ort, an dem Du all Deine Sympathien verspielt hast.

Nein, keine Verlinkung.

Wann geht der Koch?

Abgelegt unter: | Mathias | 17. Nov 2008 | 13:07 Uhr

Koch

Andere Länder - andere Sitten - andere Assoziationen.
Das vergangene Wochenende hatte ich in Hildesheim zu tun. Dort schwörte ausgerechnet eine Bank in einem sehenswertem Event mit Balljonglage seine 1000 Mitarbeiter der Region auf ein neues “Zielbild” ein. Das ist etwas ganz schrecklich modernes und etliche Firmen entdecken es gerade mit ähnlichen Vokabeln.

Gemeint ist so eine Art esoterische Verbrüderung der Rudelwölfe mit dem Rest vom Schützenfest. Man darf kritisieren (wenn man sich denn traut) Vorschläge machen, wie es mit der Firma weitergehen soll, indem man aus vorgefertigten Aufklebern, in schulähnlicher Gruppenarbeit, diejenigen mit den richtigen Antworten, artig auf eine Pappwand klebt. Ja man darf sich später sogar mit den Häuptlingen in Augenhöhe auf ein Stück Kuchen unterhalten, sofern man auch die Schlüsselwörter der modernen Unternehmenskultur beherrscht. Wörter, wie etwa “Flexibilität”, “Optimismus”, “Mut” und “Dynamik”. Alles Ausdrücke, die sich die Unternehmensleitung in einem Akt der Selbstfindung, in mühevollen und schweißtreibenden Vorbereitungsseminaren abgerungen hat. Höchstwahrscheinlich fernab der Heimat, irgendwo auf einer abgelegenen Insel in der Südsee.

Respekt.
Solche Klausurtagungen dauern in der Regel mindestens sieben entbehrungsreiche Tage.

Seminare, bei denen die Managern lernen, wie sie dem einfachen Firmenvolk beibringen, zufrieden zu lächeln, obwohl sie in Zukunft mit weniger Personal, mehr arbeiten und dafür auch weniger verdienen werden.

Und so kommt es, dass nur ich beim Blick auf das Plakat einer Gastrokette grinsen muss. Andere Bundesländer - andere Leitbilder - andere Assoziationen eben.

Bembelobama

Abgelegt unter: | Mathias | 10. Nov 2008 | 09:26 Uhr

hessobama

Vor zwei Jahren noch war Barak Obama ein nahezu unbelecktes Blatt im Irrgarten der amerikansichen Politik. Heute kennt ihn hier selbst der Kioskbesitzer um die Ecke, der sonst nicht einmal bis drei zählen kann. Ich glaube hier in Hessen wurde gerade ein ebensolches Jahrhunderttalent auf den Weg gebracht. Das zukünftige Großgewicht der hessischen, ach was sage ich, deutschen und europäischen Politik schaut noch ganz harmlos von der vorletzten Bank im hessischen Landtag. Aber spätestens, als er von den Ypsilanties gefragt wurde, ob er für sie die Kastanien aus dem Feuer holt, trat er mit den legendären Worten aus dem unscharfen Umfeld der Bedeutungslosigkeit:

“Yes, isch kann”.

Und als der zukünftige Weltpotitker am Flughafen Calden die Abkehr von den rot-grünen Plänen proklamierte und laut in die Menge “Change” rief, bekam er tatsächlich Dollar für seine Euro.

Waltern

Abgelegt unter: | Mathias | 03. Nov 2008 | 17:28 Uhr

waltern

Für mich gibt es seit heute einen neuen Ausdruck dafür, jemanden die Füße wegzuziehen und anschließend mit Sorgenfalten zu behaupten, dass man sich nur um das Wohl einer Gruppe, ja einer ganzen Region, gesorgt habe. Waltern ist für mich jetzt so etwas, wie die Steigerung von Verrat. Ein Last Minute Hinterhalt sozusagen, eingeleitet mit vorheriger Körpertäuschung. Es solll auch Menschen geben, die erst ganz normal aufwuchsen und dann zum waltern gezwungen wurden. Andere haben schon als Kind gewaltert, weil keiner mit ihnen spielen wollte.

“Sag mal, ist sie verraten worden? Nein, schlimmer noch, sie wurde ein Tag vorher schon gewaltert.” Und Walterlinge sind Menschen, die soetwas machen.

Such die Bahn

Abgelegt unter: | Mathias | 01. Nov 2008 | 00:00 Uhr

koalitionsvertrag

Schonmal auf der Webseite der Bahn nach etwas gesucht? Na zum Beispiel, ob man im Intercity auch ordinären Strom für seinen Laptop findet? Ich habe es gerade aufgegeben und mich entschlossen, morgen früh Stift und Papier mitzunehmen.

Der Laptop bleibt zuhause.

Nicht dass ich etwas gegen die gute alte Handschrift hätte, aber ich muss bis Sonntag ein komplettes Konzept einreichen. Als PDF selbstredend. Da die Zeit knapp ist und ich ein miserabler Abtipper bin, heisst die Stunde Mehrarbeit für mich eine Stunde weniger Schlaf vor einem 12 Stunden Job.

Danke liebe Bahn. Ich weiß ja, dass ich überhaupt schon froh sein sollte, wenn ihr den Zug nicht überbucht und ich dann nur noch im Gang die 415 Kilometer nach Zürich komme.

Irgendwie macht es mich aber auch stutzig, wenn ich auf den Suchseiten der Bahn, links und rechts, oben und unten, zwar keine verwertbaren Antworten bekomme, dafür aber ständig auf die “Kundenrechte” stosse.

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