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Wahlörtchen

Abgelegt unter: | Mathias | 28. Jan 2008 | 08:32 Uhr

ARD Studio

Wahlabende haben was gnadenloses für Kameraleute. Entweder sie hecheln den ganzen Abend ihren konfusen Reportern hinterher, oder wenn sie in einem Wahlstudio stehen, müssen sie das Kaugummigeknatsche des Regisseurs aushalten und mit stoischer Mine das ewig wiederkehrende Gesülze der Politiker ertragen.

An Pipi machen ist da über Stunden nicht zu denken und jeder, der das kennt weiß was er vor der ersten Hochrechnug zu tun hat. Mein Problem war gestern die Kantine des Hessischen Landtags. Sie war bei 800 akkreditierten Journalisten etwas überfordert und ich bekam zu spät etwas zu Essen.

Dann ging es plötzlich Schlag auf Schlag: Ein panischer Aufnahmeleiter pfiff uns zu früh zurück an die Kameras und meine ausgefuchsten Pläne für den Abend fielen, wie die Dominosteine. Ich kam nicht mehr dazu das viele Wasser, das ich getrunken hatte, rauszulassen.

So musste ich also ab der ersten Hochrechnug aushalten, tippelte dann von einem Bein aufs andere, als Andrea Ypsilanti etwas von “Gereschtischkeit” jubelte, dachte ich könnte noch vor dem Auftritt Kochs… nee, doch nicht, da kommt er gerade…

Erst als der Tatort im Ersten kam, durfte ich. Und als ich einen Kabelhelfer nach der nächsten Toilette fragte, hörte ich endlich meinen persönlichen Satz des Abends:

“Also dann gehst du den Gang da ganz durch, bis es nicht mehr geht, dann nach rechts und wenn die Linken dann links sind, ist das Klo rechts.”

Drahtlose Wahl 2008

Abgelegt unter: | Mathias | 27. Jan 2008 | 01:47 Uhr

Drahtlose Kamera
Da steht sie - Ein Traum von einer Kamera. Das sonst für Live Übertragungen übliche Kabel gibt es nicht, denn sie sendet ihre Bilder per Funk. Früher waren wir auch zu zweit. Ich, der Kameramann und dicht hinter mir ein Kabelhelfer, mit dem Funkzeugs im Rucksack und einer klobigen Richtantenne in der Hand.

Früher schwitzten und ächzten wir gemeinsam.

Heute ist der Kollege wegrationalisiert und das Management jubelt. Die Technik ist nämlich jetzt komplett in und an der Kamera untergebracht.

Dummerweise wiegt das Dreckding nun aber gut und gerne 15 - 17 Kilo,
die ich dann -wie gerade geschehen- auf Karnevalssitzungen bis zu 5 Stunden
auf dem Buckel halten darf.

Heute habe ich aber Glück - Da hat sie ein Kollege auf dem Ast.
Fühlt mit ihm, wenn ihr die Wahlsendung der ARD aus Wiesbaden seht.

Eine Lanze für die Raucher

Abgelegt unter: | Mathias | 25. Jan 2008 | 22:37 Uhr

raucher

Ich bin ab sofort kein Nichtraucher mehr, sondern ein Raucher, der nicht mehr raucht.
Ist inhaltlich praktisch das gleiche, aber Nichtraucher ist für mich spätestens
seit heute ein Schimpfwort.

Altkanzler Schmidt wurde gerade von einer Wiesbadener Nichtraucherinitiative wegen Körperverletzung verklagt, weil er in Hamburg bei einem Neujahrsempfang geraucht hat.
Letzte Woche hat in Hanau ein älteres Paar eine junge Frau auf einem Bahnsteig zusammengefaltet, weil sie sich einen halben Schritt ausserhalb der Demarkationslinie zum Raucherbereich befand.

Wenn ich nicht aus gesundheitlichen Gründen Nichtraucher wäre, dann würde ich jetzt sofort wieder anfangen. Alleine schon deshalb, weil ich nicht zu diesen Dumpfbacken gehören will. Ich wusste es ja schon zu Raucherzeiten, dass mir diese militanten Hysteriker auf den Keks gehen.

Jetzt haben sie also die Oberhand und verwandeln Deutschland Stück für Stück in ihren humorlosen, totalitären und rechthaberischen Traum. Was kommt als nächstes? Ein T-Shirt Zwang mit der Aufschrift “Mein Rauchen gefährdet ihre Gesundheit”? Wir Deutschen haben im Markieren und Draufdeuten ja eine prima Tradition.

Kaum haben sie die Raucher nach draussen vor die Tür geschickt, schon husten sie demonstrativ mit wedelnden Händen hinterher. “Könnt ihr nicht woanders stehen?”, “Nehmt doch bitte mal Rücksicht!”, “Unverschämtheit!”

Ich warte auf den ersten, der einen Raucher anpöbelt, weil er öffentlich qualmt. Selbstverständlich mit Verweis auf die Vorbildfunktion für Kinder. Ähnlich, wie bei den Fußgängerampeln.

Da muss ich immer an die Franzosen denken. Die gehen oft und gerne über Rot. Und den Kindern wird genau das auch beigebracht. Motto: Besser sich Übersicht verschaffen und eigenverantwortlich die Strasse queren, als auf eine starre Regel vertrauen. Denn auch wenn man Grün hat, kann man sich nicht darauf verlassen, dass sich der Autofahrer daran hält.

iSpam

Abgelegt unter: | Mathias | 16. Jan 2008 | 12:33 Uhr

iSpam

Mann, war das eine Super Keynote. Höhepunkt: Ein Superflaches Superteueres MacBook, das da Steve Jobs mit spitzen Fingern aus einem Hauspostumschlag nestelt. Geizt mit Anschlüssen, nicht aber mit dem Preis. Für mich war leider nichts dabei, obwohl meine Wünsche doch so bescheiden sind. Ich möchte einfach nur die eMails, die ich auf dem iPhone löschen will, zusammenfassen können.

Klingt albern?

Ist es aber nicht. Heute bekam ich zum Beispiel 139 Spammails.
Auf meinem iMac zuhause kein Thema. Sie landen automatisch per Filter im Ordner für Internet-Dreck, den ich dann einfach leere.

Wie banal - denkste.

Bei meinem iPhone sieht das alles anders aus.
Da darf ich 139 mal eine einzelne eMail anfassen. 139 mal auswählen - 139 mal auf löschen klicken. Das ist aber noch nicht alles. Der Mülleimer lässt sich partout nicht überreden, seinen Inhalt auf einmal zu entleeren. Ich muss jetzt tatsächlich nochmal jede Mail einzeln ins Nirvana befördern. 139 mal.

Zum Vergleich: Zuhause 1 mal Löschen - mit dem iPhone 278 mal.

Kleine Dinge können mich so ärgern, dass ich irgendwann auch mal über den Verzicht auf größere nachdenken kann.

Meine Keynote, Steve.

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