Wann geht der Koch?

Andere Länder – andere Sitten – andere Assoziationen.
Das vergangene Wochenende hatte ich in Hildesheim zu tun. Dort schwörte ausgerechnet eine Bank in einem sehenswertem Event mit Balljonglage seine 1000 Mitarbeiter der Region auf ein neues “Zielbild” ein. Das ist etwas ganz schrecklich modernes und etliche Firmen entdecken es gerade mit ähnlichen Vokabeln.
Gemeint ist so eine Art esoterische Verbrüderung der Rudelwölfe mit dem Rest vom Schützenfest. Man darf kritisieren (wenn man sich denn traut) Vorschläge machen, wie es mit der Firma weitergehen soll, indem man aus vorgefertigten Aufklebern, in schulähnlicher Gruppenarbeit, diejenigen mit den richtigen Antworten, artig auf eine Pappwand klebt. Ja man darf sich später sogar mit den Häuptlingen in Augenhöhe auf ein Stück Kuchen unterhalten, sofern man auch die Schlüsselwörter der modernen Unternehmenskultur beherrscht. Wörter, wie etwa “Flexibilität”, “Optimismus”, “Mut” und “Dynamik”. Alles Ausdrücke, die sich die Unternehmensleitung in einem Akt der Selbstfindung, in mühevollen und schweißtreibenden Vorbereitungsseminaren abgerungen hat. Höchstwahrscheinlich fernab der Heimat, irgendwo auf einer abgelegenen Insel in der Südsee.
Respekt.
Solche Klausurtagungen dauern in der Regel mindestens sieben entbehrungsreiche Tage.
Seminare, bei denen die Managern lernen, wie sie dem einfachen Firmenvolk beibringen, zufrieden zu lächeln, obwohl sie in Zukunft mit weniger Personal, mehr arbeiten und dafür auch weniger verdienen werden.
Und so kommt es, dass nur ich beim Blick auf das Plakat einer Gastrokette grinsen muss. Andere Bundesländer – andere Leitbilder – andere Assoziationen eben.
Ein Kommentar von: Elias | 15. Januar 2009 | 12:47 Uhr
Da Siehst du genau wann der Koch
geht und warum und so weiter und sofort…:
http://de.youtube.com/watch?v=wDOEm4eba2A