Spurensicherung

Heute haben wir mal wieder Spätjahresputz gemacht.
Und wie immer, wenn wir das tun, gibt es eine nette Diskussion über eine etwas seltsame Krankheit der Kameraleute:
Das Sammeln von Ausweisen und Zugangsberechtigungen.
Ich bin mir zwar nicht so sicher, ob das nun wirklich alle Kameraleute weltweit machen, aber zumindest die entschiedene Mehrheit meiner Kollegen hier in Frankfurt tun das. Bei Stefan zum Beispiel werden sie zunächst in 6 Pappkisten (die für Aktenordner) zwischengelagert. Von Zeit zu Zeit wählt er dann die besten Stücke aus, um sie auf einer Plakatgroßen Pinnwand im Flur zu drapieren.
Wenn wir dann unter uns vor diesen kitschigen Erinnerungstafeln stehen, zucken wir meist hilflos mit den Achseln und geben zu, dass uns eigentlich rein garnichts von Tokio Hotel Fans unterscheidet. Die beppen sich schließlich auch jeden Quatsch, der mit der Gruppe zu tun hat an die Wand.
So, und jetzt habe ich gerade schweren Herzens das unmögliche geschafft und rund 3/4 der Karten in die Tonne gekippt. Lilo, die wohl meinen sentimentalen Blick bemerkt hat, meinte grinsend, ich solle doch eine Selbsthilfegruppe aufmachen.
Nach einer munteren Verfolgungsjagd quer durch die Wohnung habe ich sie unter der Dusche gestellt und abgebraust.
hmpff.
Ein Kommentar von: Peti | 11. September 2006 | 00:43 Uhr
Ich hätte sie nich weggeworfen. Wir brauchen doch sowas. Solch Erinerungen.
Ein Kommentar von: Moenlein | 11. September 2006 | 06:49 Uhr
Ich kann das nachvollziehen, an meiner Pinwand hängen noch trivialere Dinge, z. B. Eintrittskärtchen von Türmen auf Cuba, wo wir mal hochgeklettert sind, Kinokarten von Filmen, in die ich wieder und wieder gehen könnte (Fluch der Karibik…), und lauter so´n Kram. Für später mal, wenn die Erinnerung dann (noch mehr) nachlässt… ; - )))
Ein Kommentar von: Andreas Mirgel | 11. September 2006 | 08:39 Uhr
Auch ich habe mich schon mit dem einen oder anderen verständnislosen Blick konfrontiert gesehen, konnte mich bisher (noch) nicht durchringen sie weg zuwerfen.
Schon alleine wegen der vielen preisverdächtigen Fotos darauf wäre es ein Frevel sie den Weg alles Irdischen gehen zu lassen!
Ausgedünnt ja, aber ganz ohne…? Und sie schlummern sie bei mir in einem Umschlag und warten sehnsüchtig darauf eines Tages in ein separates Arbeitszimmer einziehen zu dürfen!
Ein Kommentar von: Besim | 11. September 2006 | 09:47 Uhr
Sowas wegzuwerfen, rächt sich. Irgendwann stellt man sich immer wieder die Frage, ob man das alles tatsächlich gemacht hat, ganz im Ernst. Vor allem, wenn man Bilder aus der Zeit ständig wieder sieht. So ging mir das beim Papstbesuch 1996, als ich fünf Meter vor dem Papst stand und natürlich keinen Fotoapparat dabei hatte.
Da sind solch Akkreditierungen zusammen mit den Dispos, die man als gewissenhafter Assistent natürlich auch sammelt und abheftet (man könnte ja noch die Produktionsnummer oder das Kennzeichen des gefahrenen Dienstwagens brauchen..), die beste Erinnerung.
Ein Kommentar von: Mathias | 12. September 2006 | 21:00 Uhr
…ich sagte ja dass ich 3/4 tel der Dinger weggeschmissen habe, nicht alle.
Da sind dann so tolle Sachen dabei, wie die Pressekarte SV Wehen gegen Darmstadt 98, oder eine Akkreditierung bei der Offenbacher Polizei zur Veröffentlichung der Kriminalstatistik des letzten Jahres.
Was ich aber selbstvertändlich behalten habe, sind die Bänder, an denen die Dinger hingen

Ein Kommentar von: Crap Talk | 4. Oktober 2006 | 22:55 Uhr
Warum sollte man solche Dokumente entsorgen? Also ich persönlich würde die lassen.
Ein Kommentar von: Jens | 25. November 2006 | 21:27 Uhr
Eben, würde so etwas auch nicht in die Tonne werfen. Das sind auch irgendwie nette ( und etwas kitschig) Erinnerungsstücke…
Ein Kommentar von: Frank | 11. Februar 2007 | 14:47 Uhr
Wenn der Mensch älter wird, lebt er mehr in der Erinnerung und damit werden diese Dinge mit der Zeit um so wertvoller. Ich würde so etwas archivieren.