
Gerade habe ich im Radio gehört, dass man doch seinen supi tollen Stau-Tipp, Blitzerfalle, oder Billigtankenfund dem Moderator umgehend durchgeben soll. Das alles live, direkt und für schlappe 12 Cent die Minute.
Wie war das?
Ich soll das Serviceangebot eines Senders stemmen und dafür auch noch bezahlen? Nicht einen einzigen piefigen Aufkleber bekomme ich dafür? Kein Schlüsselband, dass ich mir um den Hals hängen kann? Da ruft doch keiner an!
Denkste!
Die Leute rennen ihnen die Bude ein. Sie stehen Schlange dafür, ihre belanglose Stimme aus dem blau gepimten Autoradio zu hören. Und damit auch alle ein gutes Gefühl dabei haben, wird ihnen eingeredet, dass diese Aktion einen Sinn hat, nämlich andere Autofahrer zu informieren. Ist das nicht toll? Hörer hilft Hörer.
Eine verkehrte Welt:
Ein Junkie, der nicht nur den Stoff, sondern auch die Kohle will.
Sind die SMS Botschaften, die man sich von einem dummen Hasen vorlesen lässt, bisher doch noch genauso Selbstzweck, wie das dämliche in-die-Fernsehkameras-winken, so missbrauchen uns jetzt die Medienkonzerne auch noch als zahlende Informanten. Wir sollen also, für sie nicht nur etwas kostenlos recherchieren (”…wie ist das Wetter bei ihnen?”), sondern das ganze dann zusätzlich auch noch gegen Bezahlung durchgeben.
Eine eindeutige Wende.
Vor ein paar Tagen ist die Buchmesse in Frankfurt zu Ende gegangen. Die Auskunft an den Info-Schaltern war, trotz Computerunterstützung, derartig schlecht, die Warteschlangen so extrem lang, dass ich geradezu zu der Idee gedrängt wurde, einen ihrer überteuerten Kataloge zu kaufen. Hinzu kam, dass ich kein einziges mal eine Antwort erhalten habe, die mir wirklich weitergeholfen hätte.
Wunderbar servicefreundlich hingegen, haben sie die “Besucherumfrage” jetzt gestaltet. An einladenden Teminals soll ich mich honorarfrei (!) hinstellen, um ihnen ein paar Fragen zu beantworten. Es geht ihnen ja nur darum, (Achtung Sinn:) die Serviceleistungen in Zukunft zu verbessern.
Was sehen wir da auf dem Bild?
a) Das Verbessern von kostenlosen Serviceleistungen.
b) Kostenloses Füttern einer kostenpflichtigen Datenbank.
Sagen sie es mir! Rufen sie mich an! Unter der Nummer 0190…..