
Apple kann das noch so schön verpacken: Ich melde unser Podcast nicht bei iTunes an.
Ich bin doch nicht so bescheuert und werfe vor lauter Enthusiasmus jedem Heini, der mich danach fragt, blind meine Kreditkartennummer vor die Füße.
Ich meine, ich mache mir die Arbeit, kaufe Mikrofone, Mischer, Kabel und Kopfhörer, miete Webspace, feile wochenlang an der Gestaltung eines Weblogs herum und stelle am Ende dieses Prozesses ein kostenloses Podcast zur Verfügung, nur um bei der Anmeldung bei iTunes die Hosen runter zu lassen.
Ohne reellen Gegenwert, versteht sich.
Meiner Ansicht nach, gehen wir alle sowieso schon viel zu naiv mit diesen Daten um und diese dreiste Methode verdient es, endlich einmal an den Pranger gestellt zu werden.
Man könnte sich zum Beispiel fragen, wozu bei einem kostenlosen Dienst, die Angabe von Kontodaten eigentlich notwendig sein sollen.
Will man uns vielleicht hier möglichst früh und unauffällig darauf vorbereiten, dass wir diesen “Dienst” in Zukunft dann doch bezahlen?
Sobald beispielsweise genügend Lemmige beisammen sind?
Haben sie nämlich erst einmal die Daten, dann würde es schon reichen, einen kleinen und lecker aussehenden Button anzubieten, um die Aktion “Geld scheffeln, ohne Arbeit damit zu haben” auszulösen. Freilich ganz im Sinne der Firmenphilosophie, dass alles ganz unkompliziert funktionieren soll.
Wahrscheinlich wird das dann in einem sogenannten Premiumpaket verpackt sein, bei dem wir dann priviligiert sind, ein weiteres Podcast zum halben Preis anzumelden. Whow.
Man muß sich das mal vorstellen. Wir bereiten uns gerade moralisch darauf vor, dafür zu bezahlen, dass wir in einer ordinären Linkliste zu finden sind. Mehr nicht.
Alles Quatsch!
Der Apfel ist zu allen fair!
Wirklich?
Und aus welchem anderen Grund, soll ich dann sonst meine Kreditkartennummer angeben?
Etwa, weil Apple da seinen Plattenladen hat?
Wenn das so wäre, dann möchte ich mal wissen, warum denn ausgerechnet die potentiellen Kunden, also die Hörer der Podcasts, ihre Kontodaten für sich behalten dürfen.
Liegt das vielleicht daran, dass sie das mit den Hörern noch nicht machen können? Weil sie nämlich zu schnell wieder abspringen würden, oder garnicht erst drauf? Kann es sein, dass man das nur deswegen bei den Autoren wagen kann, weil die so unanständig scharf darauf sind, von vielen gehört zu werden?
Ich sage vorraus, dass sich iTunes diese dämliche Eitelkeit alsbald fürstlich bezahlen lassen wird. Es ist eben einfach auch zu verführerisch sich als Zwischenhändler, ohne Arbeit damit zu haben, den Arsch vergolden zu lassen.
Apple will schließlich auch nur unser Bestes - unser Geld.