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Lippenstifte

Abgelegt unter: | Mathias | 03. Aug 2005 | 23:46 Uhr

Lippenstifte

Ganze 18 Sorten zähle ich, als ich nachgeschaut habe, ob es Labello überhaupt noch gibt. Seit meiner Schulzeit habe ich die Dinger nämlich nicht mehr gesehen und das ist ja schon etwas her. Mädchen waren damals jene weltfremde Wesen, die Gummitwist hüpften, Poesiealben im Unterricht austauschten, gemeinsam aufs Klo gingen und Labello verreibend irgendwann da wieder herauskamen.

Ich hatte auch ein Stift, der war aber von Clerasil und der deckte Pickel zu. Als ich eines Tages pickelfrei und mit einem Fußball unterm Arm Ulla fragte, ob sie mit mir gehen wolle, quälte sie mich, indem sie erst einen Blick in die Ferne warf, um dann diesen dämlichen Fettstift auszupacken und die wertvolle Zeit der Pause zu verplempern. Schließlich gab sie sich einen Ruck, wir umarmten uns und dank Labello quietschte auch mein erster Kuss nicht.

Mann-oh-mann, ging uns diese Sucht auf den Keks.

Ulla ist inzwischen sicher auf Lippenstift umgestiegen und wir Männer können dem Ding jetzt auch endlich etwas positives abgewinnen.

Ähnlich, wie bei ihrem pubertären Training, hat auch bei der Benutzung eines Lippenstiftes jede Frau ihre ganz persönliche Handschrift. Die eine benutzt ihn genauso, wie Labello (”einfach druff”). Eine andere braucht einen Spiegel, trägt die Farbe vorsichtig auf den spitzen Mund und dreht dabei den Stift so, dass da mit der Zeit so eine Art Zipfelmütze übrigbleibt. Wieder eine andere, versucht die Form, die der Stift ab Werk sowieso schon hat, beim Abtragen möglichst irgendwie beizubehalten und versaut sich den Tag, wenn sie eine Delle reinmacht.

Ich glaube, ich werde mich demnächst einmal näher damit beschäftigen, ob und wie man den Frauentyp anhand des Lippenstiftes ermitteln kann. Wieviel Typen werde ich finden? Das riecht doch nach einer losen Serie und ich kam darauf, als ich heute nach dem Mittagessen, unseren Bildmischerinnen bei ihrem Ritual zuschaute und an meine Schulzeit denken musste…

Burger King Wiki

Abgelegt unter: | Mathias | 02. Aug 2005 | 16:08 Uhr

wiki

Man glaubt es nicht, aber Burger King hat auch ein Wiki.
Er ist vielleicht Anfang zwanzig und wunderte sich nicht schlecht, dass ich auf seinen Namen reagiere. Der Wermutstropfen ist allerdings, dass Wiki nicht so wissend ist, wie sein Name vermuten lässt. In keiner mir bekannten Sprache war es mir möglich bei ihm einen Cheeseburger ohne Gurke und Mayo zu bestellen.
Ich hasse Gurke und Mayo. Und ja - ich schmecke diesen Mist noch, selbst wenn man es nachträglich abgekratzt hat. Aber zurück zum Wiki. Der versteht nicht was ich will und zuckt nur ratlos mit den Schultern. Warum werden eigentlich immer wieder genau die an die Kasse gestellt, die nur Balinesisch verstehen? Warum reicht kein Englisch, Französisch und sogar Spanisch dazu, einen einfachen Burger zu bestellen? Und vor allem: Was haben diese Cosmopoliten ausgerechnet an den Headsets der Autoschalter zu suchen?

Als ich seinen Anhänger fotografieren will, deutet er darauf, grinst und will 400Euro dafür.

Limburger Weinmarkt

Abgelegt unter: | Mathias | 02. Aug 2005 | 04:52 Uhr

weinmarkt

So, dann wollen wir mal auf dem Limburger Weinmarkt eine Schalte machen. Eine was? Oh, Entschuldigung, das ist Fernsehsprache. Eine Schalte ist soetwas, wie eine klitzekleine Übertragung in eine Livesendung, die aus einem staubtrockenen Studio gesendet wird. Das peppt das ganze so ein bischen auf, sagt man.

Noch genauer?

Also gut, Eine Moderatorin fragt sich mitten im Sommerloch im Studio stehend, wie es wohl gerade in Limburg auf dem Weinfest sein könnte. Wie von Geisterhand öffnet sich auf dieses Stichwort ein virtuelles Fenster hinter ihr und wir sehen den Reporter Markus in Limburg freundlich in die Kamera lächeln. Aha, das trifft sich gut. Die Moderatorin dreht sich also um und will von Markus im falschen Fenster wissen, was jetzt nun genau auf dem Limburger Weinfest los ist. Die Regie schaltet dazu ganz zu Markus hinüber und der erklärt uns jetzt live aus Limburg - wer hätte es gedacht - dass hier tatsächlich eine Menge los ist. Nach etwa 2 Minuten schließt er mit der etwas frivolen Aufforderung an alle Zuschauer im Sendegebiet, doch vorbeizuschauen, wenn sie heute abend noch etwas erleben wollen.

Wenn sie dann so ortskundig sind, wie ich, werden sie sich beim abgebildeten Hinweis genauso das Kinn reiben und sich dann fragen, ob sie vielleicht doch am Baum…?

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