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Citizen Tunes

Filed under: | Mathias | 03. Okt 2005 | 23:40 Uhr

Citizen Tunes

Apple kann das noch so schön verpacken: Ich melde unser Podcast nicht bei iTunes an.

Ich bin doch nicht so bescheuert und werfe vor lauter Enthusiasmus jedem Heini, der mich danach fragt, blind meine Kreditkartennummer vor die Füße.
Ich meine, ich mache mir die Arbeit, kaufe Mikrofone, Mischer, Kabel und Kopfhörer, miete Webspace, feile wochenlang an der Gestaltung eines Weblogs herum und stelle am Ende dieses Prozesses ein kostenloses Podcast zur Verfügung, nur um bei der Anmeldung bei iTunes die Hosen runter zu lassen.

Ohne reellen Gegenwert, versteht sich.

Meiner Ansicht nach, gehen wir alle sowieso schon viel zu naiv mit diesen Daten um und diese dreiste Methode verdient es, endlich einmal an den Pranger gestellt zu werden.
Man könnte sich zum Beispiel fragen, wozu bei einem kostenlosen Dienst, die Angabe von Kontodaten eigentlich notwendig sein sollen.

Will man uns vielleicht hier möglichst früh und unauffällig darauf vorbereiten, dass wir diesen “Dienst” in Zukunft dann doch bezahlen?
Sobald beispielsweise genügend Lemmige beisammen sind?
Haben sie nämlich erst einmal die Daten, dann würde es schon reichen, einen kleinen und lecker aussehenden Button anzubieten, um die Aktion “Geld scheffeln, ohne Arbeit damit zu haben” auszulösen. Freilich ganz im Sinne der Firmenphilosophie, dass alles ganz unkompliziert funktionieren soll.

Wahrscheinlich wird das dann in einem sogenannten Premiumpaket verpackt sein, bei dem wir dann priviligiert sind, ein weiteres Podcast zum halben Preis anzumelden. Whow.
Man muß sich das mal vorstellen. Wir bereiten uns gerade moralisch darauf vor, dafür zu bezahlen, dass wir in einer ordinären Linkliste zu finden sind. Mehr nicht.

Alles Quatsch!
Der Apfel ist zu allen fair!

Wirklich?

Und aus welchem anderen Grund, soll ich dann sonst meine Kreditkartennummer angeben?

Etwa, weil Apple da seinen Plattenladen hat?
Wenn das so wäre, dann möchte ich mal wissen, warum denn ausgerechnet die potentiellen Kunden, also die Hörer der Podcasts, ihre Kontodaten für sich behalten dürfen.

Liegt das vielleicht daran, dass sie das mit den Hörern noch nicht machen können? Weil sie nämlich zu schnell wieder abspringen würden, oder garnicht erst drauf? Kann es sein, dass man das nur deswegen bei den Autoren wagen kann, weil die so unanständig scharf darauf sind, von vielen gehört zu werden?

Ich sage vorraus, dass sich iTunes diese dämliche Eitelkeit alsbald fürstlich bezahlen lassen wird. Es ist eben einfach auch zu verführerisch sich als Zwischenhändler, ohne Arbeit damit zu haben, den Arsch vergolden zu lassen.

Apple will schließlich auch nur unser Bestes – unser Geld.

4 Kommentare

  1. Ein Kommentar von: sp | 6. Oktober 2005 | 08:45 Uhr

    Was ist so schlimm daran, wenn Apple mit der Vermittlung der Dienste Geld verdienen will. Sie bieten nämlich nicht nur Links an. Sie stellen eine Komplettlösung zum Abonnieren und Synchronisieren mit dem iPod zur Verfügung. Es gibt ein Ranking, eine Suchmaschine und vielleicht demnächst noch mehr. Das ist in meinen Augen eine ganz normale Dienstleistung. Sollte, was zu vermuten ist, alle Welt über iTunes Podcasts beziehen wollen, haben sie ein Monopol und wer dabei sein will, soll zahlen. Das ist das Geschäft.

    Deine Entscheidung, lieber ohne das auszukommen ist vollkommen in Ordnung. Aber verteufeln würde ich den Gedanken, mit einer Podcastliste Geld zu verdienen auch nicht.

  2. Ein Kommentar von: Mario | 15. Januar 2006 | 15:19 Uhr

    Hallo!

    Apple will Deine Kreditkarten-Daten, weil wenn Du einen Account im iTunes Music Store anlegst dieser in erster Linie zum Kauf von Musik und Videos da ist. Und dazu braucht Apple nunmal Deine Daten.

    Der zweite Aspekt ist “Sicherheit”. Auf diese Art und Weise kann sehr gut verhindert werden, dass Illegale Inhalte online gestellt werden. Denn wer gibt schon seine Daten an, wenn er illegalen Inhalt online stellen möchte ;)
    Sicher, das ist kein 100%iger Schutz, aber ein sehr guter.

    Wie kommst du auf die Idee, Apple würde Geld für das verlinken haben wollen?
    Apple verdient Geld mit der Musik und dem iPod.
    Ich könnte mir vorstellen, dass Apple irgendwann die Podcasts nicht nur mehr verlinkt, sondern dass man den Podcast direkt auf iTunes lädt und so keinen extra Webspace mehr benötigt.

    Zum Abschluss noch ein wichtiger Grund FÜR iTunes:
    Dein Podcast wird gefunden! Derzeit gibt es kaum eine bessere Möglichkeit seinen Podcast bekannt zu machen als in iTunes.

    Viele Grüsse,
    Mario

  3. Ein Kommentar von: mic | 23. November 2008 | 20:44 Uhr

    Forbidden

    You don’t have permission to access / on this server.

    - wenn ich den link “podcast” im text anklicke komme ich dorthin!

    wie höre ich denn dann den podcast?

  4. Ein Kommentar von: Mathias | 24. November 2008 | 03:47 Uhr

    Du hast recht mic. Das liegt daran, dass ich den Podcast
    mittlerweile nicht mehr führe und dort gelöscht habe.
    Vielleicht bringst Du mich aber gerade darauf,
    das Ding da wieder zu beleben….

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