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255 mal Spam.

Abgelegt unter: | Mathias | 05. Dez 2004 | 03:50 Uhr

spamregal

Seit heute gehöre ich also auch zu der Kommentarspamzielgruppe ™. 255 durchweg handverlesene Informationen zu Onlinespiel, Texaskasinos und Kirchennews wurden willkürlich auf meine Artikel verteilt. Merkwürdig finde ich, dass manche Artikel verschont blieben, andere nur zwei oder drei Kommentare abbekamen. Durchschnittlich waren es aber 14 Stück. Besonders bedenklich stimmt mich die Tatsache, dass auch ein Artikel, den ich auf “privat” eingestellt habe, Kommentarspam abbekam. Also ein nicht öffentlich einzusehender Artikel. Ganz toller Nebeneffekt: Ich lasse mich von WordPress per eMail über jeden Kommentar unterrichten. Strafe muß sein und so habe ich nun auch im Mailprogramm einen hübschen Haufen exkrementellen Traffics. Mein erster Rat: Bloß nicht den Ärger mit in den Schlaf nehmen, oder gar davon träumen. Erste Hilfe ist jetzt erst einmal der Spamwortfilter, den man in den Optionen in der Unterrubrik Diskussion finden kann. (Tipp: Bei Perun gibt es noch zusätzliche Schlüsselwörter.) Geht der Quatsch ungebremst weiter, deaktiviere ich am gleichen Ort mal für die nächsten Stunden die generelle Kommentarfunktion und mach mich schlau, was ich jetzt tun kann.

Das Panglas.

Abgelegt unter: | Mathias | 03. Dez 2004 | 12:58 Uhr

panglas

Was dem Koch seine Mütze, der Nonne ihr Kreuz, dem Schiedsrichter seine Pfeife, ist dem Kameramann sein Panglas. Manche sagen auch Grauglas oder Betrachtungsglas zu diesem Ding. Ich sage Panglas, weil ich das einerseits so gelernt habe und andererseits auch davon überzeugt bin, dass es von dem wunderschönen fotografischen Fachwort panchromatisch stammt. Damit sind wir auch schon am Knackpunkt dieses Monokels. Das Panglas ist nämlich das Statussymbol für den sogenannten lichtsetzenden Kameramann, dem Häuptling unter den anwesenden Kameraleuten.

Er ist der Pate, der uns beschützt, oder, mit den Füßen in Beton, in den nächsten Fluß werfen läßt. Er wird deshalb lichtsetzend genannt, weil er ganz alleine bestimmt, wieviel Lampen wo und wie hängen sollen und wohin diese mit welcher Intensität gerichtet werden. Dieses kleine dumme Panglas ist also mehr, als nur eine grau eingefärbte Glasscherbe. Sie zeigt allen Anwesenden, wer hier das sagen hat und von machem wird gemunkelt, dass er es selbst zuhause noch unterm Pyjama trägt.

Jedoch genau, wie im richtigen Leben, so sterben auch in unserem Beruf langsam die Silberrückengorillas aus. Heute versteckt die nachrückende Generation fast schon verschämt dieses wichtige Zeichen der Herrschaft in der Brusttasche ihres Flanellhemdes. Mehr noch, man legt neuerdings mehr Wert auf Teamarbeit und Fairness, statt auf Disziplin und Gehorsam. Auch am Statussymbol selbst, wird eifrig gefeilt. Tat es früher noch das klassische Tiffen N°2, das ein bischen, wie eine Minibratpfanne aussieht, rümpft man darüber heute die Nase. Von modernen Lichtsetzenden Kameramännern erwartet man, dass sie wenigstens ein Glas von Harrison & Harrison ans begnadete Auge führen. Ist zwar doppelt so teuer, dafür erhält man aber auch eine coole Gliederkette, statt eines schnöden Nylonbandes.

Was aber, verdammt nochmal, macht man nun mit diesem bescheuerten Panglas?

Man benutzt es, wie eine sehr, sehr starke Sonnenbrille und schaut damit direkt in den Lichtkegel einer Lampe hinein um zu beurteilen, ob das Zentrum dieses Kegels genau dort hinscheint, wo man es hinhaben möchte. (Hauptaufgabe beim Fernsehen)

Preisfrage: Was macht Stefan in unserem Beispiel eigentlich falsch?
Richtig, Er lässt das zweite Auge offen.

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