Kylaloo

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Schokobanane

Filed under: | Mathias | 07. Dez 2004 | 02:20 Uhr

schokobanane

Heute drang mal wieder ein kreischendes Lachen aus dem Kylaloo Küchenlabor zu mir herüber. Der Grund war schnell ausgemacht – Lilos neueste Kreation, die Schokobanane. Ihr Ziel war es, ein Dessert zuzubereiten, das lecker schmeckt, aber (fast) nicht dick macht. Dazu nahm sie die bitterste Bitterschokoladenkuvertüre, die sie weit und breit finden konnte und eine einfache nackte Haushaltsbanane. Das Ergebnis schmeckte wunderbar, auch wenn es fatal nach etwas anderem aussah.

AJ-Anton

Filed under: | Mathias | 06. Dez 2004 | 10:55 Uhr

anton

Sekunden nach dem Ende der Vipshow springt ein Rentner auf und stürmt mit seinem neongrünen Pastikordner aus dem HL-Markt, auf unseren Studiogast Sabrina Setlur zu. Zwei Meter vor seinem Ziel hält er inne, schaut sich um und macht erst einmal Platz auf einem in der Nähe stehenden Tisch.

Der berüchtigte AJ-Anton ist wieder in Aktion. AJ, wie Autogrammjäger.

Er klappt den Ordner auf, in dem alles generalstabsmäßig bis ins kleinste Detail vorbereitet ist. Rechts unter einer Karsichtfolie sehe ich einen rötlichen Karton hervorlugen auf dem Sabrina Setlur später unterschreiben soll. Etwas darüber klemmt an einer überdimensionalen weißen Büroklammer aus Plastik, ein gefalteter und an sich selbst adressierter Umschlag. Sollte zufällig Sabrina keine Autogrammkarte bei sich haben, wird Anton nicht einen Augenblick zögern, ihr diesen Umschlag unterjubeln zu wollen, damit sie ihm eine schickt. Ich stelle mir das gerade mal vor. Sabrina Setlur steht also auf der Straße irgendwo in Rödelheim und sucht verzweifelt nach einen Briefkasten um Anton eine Autogrammkarte zu schicken.

Auf der linken (freien) Seite des Ordners, etwa in Höhe des Umschlags, klemmen 3 Edding-Stifte, die an der Verschlusskappe mit Klettband umwickelt sind. “Das hat er von Kameramännern”, denke ich mir, denn wir machen sowas hin und wieder bei größeren Sendungen, wenn wir viel in Abläufen herumkritzeln müssen und mit Hilfe dieser Technik, unsere Hände wieder freibekommen, weil wir so die Kulis unkompliziert an die Kamera pappen können.

Unterhalb der Stifte klemmt ebenfalls mit Klett ein kleines Frottetuch, damit sich der Star bei Bedarf die Hände trockenreiben kann, bevor er zur Tat schreitet. Ich bin mir sicher, dass er eine Dose Wasser im Sakko hat, sollte Sabrina danach fragen.

Hat sie aber nicht. Sie hat von all dem nichts mitbekommen, weil sie noch in einem Gespräch über Yoga mit dem Moderator Holger Weinert vertieft war.

Das Autogramm gab sie anschließend genauso, wie wir das alle kennen. Sie kam vorbei, nahm sich den dargebotenen Stift, schrieb ihren Namen auf das Papier und ging zum nächsten Autogrammjäger. Als Anton nach einer Karte fragte, hob Sabrina ihre Hand und winkte eine junge PR-Mitarbeiterin herbei, die einen Schuhkarton voller Promo-CD’s unterm Arm hatte. Sie fischte eine heraus und legte sie Anton auf den Tisch. Er sah nur kurz hin und zückte seinen Umschlag. Schließlich wollte er ja eine Autogrammkarte und nicht so einen albernen neumodischen Quatsch.

Vorsichtig nahm er die Verfolgung auf und es kam, wie es kommen musste. Sabrina entschwand fast unmerklich aus dem Studio. Anton kam zurück, klappte mit zusammengekniffenen Lippen seinen Ordner zu und ging nach Hause.
Die Promotions CD hat er liegengelassen. Zwei Mädchen versuchten sie unauffällig an sich zu nehmen. Aber wie gesagt: CD’s sind nicht Antons Sache. Zumindest nicht, wenn sie nicht unterschrieben sind.

255 mal Spam.

Filed under: | Mathias | 05. Dez 2004 | 03:50 Uhr

spamregal

Seit heute gehöre ich also auch zu der Kommentarspamzielgruppe ™. 255 durchweg handverlesene Informationen zu Onlinespiel, Texaskasinos und Kirchennews wurden willkürlich auf meine Artikel verteilt. Merkwürdig finde ich, dass manche Artikel verschont blieben, andere nur zwei oder drei Kommentare abbekamen. Durchschnittlich waren es aber 14 Stück. Besonders bedenklich stimmt mich die Tatsache, dass auch ein Artikel, den ich auf “privat” eingestellt habe, Kommentarspam abbekam. Also ein nicht öffentlich einzusehender Artikel. Ganz toller Nebeneffekt: Ich lasse mich von WordPress per eMail über jeden Kommentar unterrichten. Strafe muß sein und so habe ich nun auch im Mailprogramm einen hübschen Haufen exkrementellen Traffics. Mein erster Rat: Bloß nicht den Ärger mit in den Schlaf nehmen, oder gar davon träumen. Erste Hilfe ist jetzt erst einmal der Spamwortfilter, den man in den Optionen in der Unterrubrik Diskussion finden kann. (Tipp: Bei Perun gibt es noch zusätzliche Schlüsselwörter.) Geht der Quatsch ungebremst weiter, deaktiviere ich am gleichen Ort mal für die nächsten Stunden die generelle Kommentarfunktion und mach mich schlau, was ich jetzt tun kann.

Das Panglas.

Filed under: | Mathias | 03. Dez 2004 | 12:58 Uhr

panglas

Was dem Koch seine Mütze, der Nonne ihr Kreuz, dem Schiedsrichter seine Pfeife, ist dem Kameramann sein Panglas. Manche sagen auch Grauglas oder Betrachtungsglas zu diesem Ding. Ich sage Panglas, weil ich das einerseits so gelernt habe und andererseits auch davon überzeugt bin, dass es von dem wunderschönen fotografischen Fachwort panchromatisch stammt. Damit sind wir auch schon am Knackpunkt dieses Monokels. Das Panglas ist nämlich das Statussymbol für den sogenannten lichtsetzenden Kameramann, dem Häuptling unter den anwesenden Kameraleuten.

Er ist der Pate, der uns beschützt, oder, mit den Füßen in Beton, in den nächsten Fluß werfen läßt. Er wird deshalb lichtsetzend genannt, weil er ganz alleine bestimmt, wieviel Lampen wo und wie hängen sollen und wohin diese mit welcher Intensität gerichtet werden. Dieses kleine dumme Panglas ist also mehr, als nur eine grau eingefärbte Glasscherbe. Sie zeigt allen Anwesenden, wer hier das sagen hat und von machem wird gemunkelt, dass er es selbst zuhause noch unterm Pyjama trägt.

Jedoch genau, wie im richtigen Leben, so sterben auch in unserem Beruf langsam die Silberrückengorillas aus. Heute versteckt die nachrückende Generation fast schon verschämt dieses wichtige Zeichen der Herrschaft in der Brusttasche ihres Flanellhemdes. Mehr noch, man legt neuerdings mehr Wert auf Teamarbeit und Fairness, statt auf Disziplin und Gehorsam. Auch am Statussymbol selbst, wird eifrig gefeilt. Tat es früher noch das klassische Tiffen N°2, das ein bischen, wie eine Minibratpfanne aussieht, rümpft man darüber heute die Nase. Von modernen Lichtsetzenden Kameramännern erwartet man, dass sie wenigstens ein Glas von Harrison & Harrison ans begnadete Auge führen. Ist zwar doppelt so teuer, dafür erhält man aber auch eine coole Gliederkette, statt eines schnöden Nylonbandes.

Was aber, verdammt nochmal, macht man nun mit diesem bescheuerten Panglas?

Man benutzt es, wie eine sehr, sehr starke Sonnenbrille und schaut damit direkt in den Lichtkegel einer Lampe hinein um zu beurteilen, ob das Zentrum dieses Kegels genau dort hinscheint, wo man es hinhaben möchte. (Hauptaufgabe beim Fernsehen)

Preisfrage: Was macht Stefan in unserem Beispiel eigentlich falsch?
Richtig, Er lässt das zweite Auge offen.

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