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Der Kinderchor.

Abgelegt unter: | Mathias | 29. Nov 2004 | 16:51 Uhr

weihnachtsmarkt

Lust auf Abenteuer? Warum sich nicht einmal von einer Herde durchgeknallter Eltern überrennen lassen? Wie? Ganz einfach. Versuchen Sie auf dem Frankfurter Weihnachtsmarkt eine Sendung mit einem Kinderchor zu machen.

Am besten macht man das Samstags, wenn ganze Familenverbände den Markt überfluten. Und wer die verschärfte Tour will, der bucht zusätzlich noch das Erste-Mal-Paket. Das bedeutet, dass sowohl die Kinder, als auch deren Eltern zum ersten mal öffentlich auftreten. Die Kinder, als Wundersänger - die Eltern, als deren hysterische Groupies.

Früher, als ich noch dafür sorgen konnte, dass der Dreikäsehoch überhaupt ins Fernsehen kommt, wurde ich diskret angetippt und auf das große Talent hinten links aufmerksam gemacht. Heute stehe ich den gleichen Vätern eigentlich nur im Weg herum, während sie Teil zwei (”Die frühen Jahre”) der sechsteiligen Dokumentation über Soul-Sina drehen, ihrer Tochter.

In der für Kameramänner strategisch so wichtigen ersten Reihe stehen dann noch die Mütter herum und fangen (wild um sich fuchtelnd) alles ab, was den Kleinen irritieren oder gar verunsichern könnte. Man sieht hier auf dem Bild übrigens eine sogenannte heisse Probe, in der alles genauso geordnet abläuft, wie später in der Sendung. Also helles Hemdchen, leuchtende Kinderaugen und alle fein säuberlich aufgereiht, wie die Orgelpfeifen. Wo das auf dem Bild zu erkennen sei? Also bitte, was haben sie von 20 Kindern mal 2 Elternteile erwartet?

Der Moderator war viel schlimmer dran. Den wollten sie gar nicht erst zum Befragen der Kinder durchlassen. Soweit kommt’s noch, dass sich jemand durchdrängelt. Also mussten wir an dieser Stelle abbrechen und neu ansetzen. Willkommen bei den Vorteilen einer Aufzeichnung. Nicht alle Eltern würden mit einem Fernsehteam so respektlos umgehen. Wenn sie allerdings vom Kinderchor des eigenen Hauses kommen, dann kann das etwas anders sein.

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