Die Sendung Alle Wetter beginnt üblicherweise vom Dach des Maintowers und ist darum öffentlich. So kam es auch, dass sich Fred (ich nenne ihn mal so) von seinem Taunusblick abwandte und Fridolin den Wetterfrosch entdeckte. Als Kameramann erlebt man viel nerviges Zeug, wie zum Beispiel das so schrecklich beliebte Fachsimpeln von Mann zu Fachmann, das stets mit dem gleichen aufgesetzt unschuldigem Blick und der Frage: “Wann wird denn das gesendet?” eingeleitet wird. Am liebsten ist mir übrigens die Frage:”Was machen sie denn da?”, worauf ich doch zu gerne mit “Seiltanzen” antworte. Wer meine Figur kennt, darf jetzt schmunzeln. Andere Neugierige gehen vorsichtiger zur Sache. Sie beobachten erst einmal aus sicherer Entfernung, wie ich so auf die Umgebung reagiere. Sollten sie ein Kind haben (Idealerweise einen schulpflichtigen Sohn, der noch Nägel kaut), wird dieser nun von hinten umarmt und zu mir hingeschoben. “Frag ihn doch mal!” wird der mürrische Kleine nun scheinbar aufgemuntert und schon hat Paps die ehrenvolle Aufgabe die Schüchternheit seines Bengels zu entschuldigen und an seiner statt, mich nach dem Berufsbild des Kameramannes auszuquetschen.

Es gibt durchaus Kollegen, die diese Situation lieben und jetzt bedeutungsschwanger die Halbbrille senken um mit verschwörerischer Geste die Arme wieder zu heben und zu ausgiebigen Vorträgen anzusetzen. Es ist aber wie im richtigen Leben: Die Guten sind scheu.
Und Fred? Ach was ragt er so schön aus der Masse heraus. Ich könnte ihn glatt herzen. Er hat nur Augen für das kleine grüne Plüschmonster, dass man genauso auf dem Jahrmarkt hätte finden können. Ich werde nicht gefragt, was ich von seiner Kamera halte, und muß auch keine “Profitipps” zum Besten geben. Ich habe ihn vielmehr im Verdacht, dass er selbst gerne betrachtet werden möchte, dieser Schlingel, dieser.